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Tourismus 2006 im Land anhaltend im leichten Aufwind
Dieser Eintrag stammt von admin Am 13.2.2007 @ 11:40 In Tourismus | Kommentarfunktion deaktiviert
Stuttgart. Die seit Herbst 2004 insgesamt leicht positive Tendenz des baden-württembergischen Tourismusgewerbes setzte sich auch im Jahr 2006 weiter fort. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Gäste der heimischen Beherbergungsbranche (Beherbergungsstätten mit mehr als acht Betten sowie Reiseverkehrscamping) gegenüber dem bisherigen Spitzenergebnis von 14,9 Mill. aus dem vorhergehenden Jahr nochmals um 2,9 Prozent (434 000) auf den neuen Rekordwert von 15,3 Mill. Personen. Die für das Tourismusgewerbe letztlich entscheidende Übernachtungszahl erhöhte sich wegen des weiter anhaltenden Trends zu kürzeren Aufenthalten allerdings schwächer um 0,9 Prozent auf knapp 40,9 Mill.
Wie in den Vorjahren gingen die positiven Impulse insbesondere von den ausländischen Gästen aus. Mit einem Plus von 10,5 Prozent auf den neuen Rekordwert von fast 7,3 Mill. Übernachtungen fiel der Zuwachs 2006 sogar außergewöhnlich stark aus. Dies ist zwar auch der Anziehungskraft der Fußball-WM zu verdanken. Die verstärkte Nachfrage von Auslandsgästen nach Quartieren im Land beschränkte sich aber beileibe nicht auf die WM-Zeit, sondern betraf alle Monate des Jahres. Deutlich reservierter zeigten sich demgegenüber die deutschen Gäste. Ihre Zahl stieg zwar leicht um 1,3 Prozent auf 12,1 Mill., die Übernachtungen gingen aber um 1 Prozent auf 33,6 Mill. zurück.
Im Jahresverlauf 2006 war die Entwicklung recht wechselhaft. Im April (wegen der späteren Lage von Ostern), im WM-Monat Juni sowie im Dezember nahmen die Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr um jeweils mehr als 5 Prozent zu. Dem standen im März, im Mai sowie im kühlen und verregneten August Rückgänge um über 4 Prozent gegenüber. Ähnliche Unterschiede zeigten sich zwischen den verschiedenen Betriebsarten sowie in regionaler Hinsicht. Da der Übernachtungsanteil der Auslandsgäste in der Hotellerie (Hotels, Hotels garnis, Gasthöfe und Pensionen) mit inzwischen 23 Prozent deutlich über dem entsprechenden Anteil bei allen Betriebsarten von 18 Prozent liegt, profitierten diese Betriebe mit einem Übernachtungsplus von 3 Prozent besonders von der gestiegen Nachfrage der Ausländer. Allerdings nahmen hier auch die Übernachtungen deutscher Gäste leicht um 1 Prozent zu. In der sog. Parahotellerie, zu der beispielsweise Jugendherbergen, Campingplätze oder Ferienwohnungen zählen, nahmen die Übernachtungen der Auslandsgäste um 11 Prozent zwar sogar leicht überdurchschnittlich zu. Da hier aber die Gäste aus Deutschland 1,8 Prozent weniger Übernachtungen buchten, entsprach das Übernachtungsaufkommen insgesamt bei einem rechnerischen Minus von 0,1 Prozent nahezu dem Vorjahresergebnis. Weiterhin sehr unbefriedigend ist dagegen die Entwicklung bei den Vorsorge- und Reha-Kliniken, die bei einem Minus von 5,5 Prozent im fünften Jahr in Folge einen Rückgang um 5 oder mehr Prozent hinnehmen mussten. Dabei spielte allerdings auch eine Rolle, dass sich bei dieser Betriebsart die Zahl der erfassten Betriebe seither deutlich vermindert hat. Positiv zu vermerken bleibt allerdings, dass seit Oktober 2006 wieder ein leichtes Übernachtungsplus bei den stationären Kureinrichtungen zu verzeichnen ist.
Mit bedingt durch diese Entwicklung im Kurbereich verbuchten auch die als Heilbäder höher prädikatisierten Gemeinden 2006 Übernachtungsrückgänge um 1,7 Prozent. Sogar noch stärkere Rückgänge um 3,2 Prozent verzeichneten die Luftkurorte. Die Erholungsorte kamen bei einem Minus von 1,1 Prozent noch mit einem blauen Auge davon. Die Gewinner waren 2006 einmal mehr die nicht prädikatisierten Gemeinden, denn sie konnten ihr Übernachtungsergebnis um stattliche 4,1 Prozent verbessern. Dabei ragten vor allem die Großstädte ab 100 000 Einwohnern mit einem Anstieg um 5,3 Prozent sowie die Gemeinden zwischen 50 000 und 100 000 mit 4,4 Prozent deutlich heraus.
In der tourismusspezifischen Regionalaufgliederung zeigte sich 2006 eine nahezu zweigeteilte Entwicklung. Die klassischen Reiseziele des Landes im Schwarzwald und in der Region Bodensee-Oberschwaben mussten durchweg Übernachtungsrückgänge hinnehmen, wobei der Bodensee mit –3,1 Prozent am stärksten Federn lassen musste. Alle Reisegebiete in der ehemaligen Reiseregion Neckarland-Schwaben konnten dagegen ihr Vorjahresergebnis zumindest halten, meist sogar deutlich verbessern. Herauszuheben sind dabei das Reisegebiet Neckar-Hohenlohe-Schwäbischer Wald mit einem Plus von 4 Prozent sowie vor allem der Mittlere Neckar, der bei einem Jahreszuwachs um 8,3 Prozent besonders von der Anziehungskraft der Fußball-WM im Bereich in und um Stuttgart profitiert hat.
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart
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