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Informations- und Medienwirtschaft ist wachstumsstärkster Sektor im Land

Dieser Eintrag stammt von admin Am 14.2.2007 @ 12:38 In Dienstleistung, Medien | Kommentarfunktion deaktiviert

Stuttgart. In einer global vernetzten Welt sind Informations- und Kommunikationstechnologien ein zentraler Bestandteil wissensintensiver Volkswirtschaften und legen den Grundstein für Innovation und internationale Wettbewerbsfähigkeit. In Baden-Württemberg erwirtschaftet der Informations- und Mediensektor (IuM-Sektor) inzwischen rund 7  Prozent bzw. 19,9 Milliarden Euro der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung und gehört damit neben dem Fahrzeug- und dem Maschinenbau zu den prägenden Branchen des Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg.

Zum IuM-Sektor gehören neben dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnik, dem insbesondere Produzenten von IT-Hardware und Rundfunk- und Nachrichtentechnik angehören, die Informations- und Kommunikationsdienstleistungen (wie Softwareentwicklung und –beratung) sowie die klassische Medienwirtschaft, die von Unternehmen aus dem Verlags- und Druckgewerbe und der Werbewirtschaft geprägt ist.

Seit Mitte der 90er- Jahre stieg die preisbereinigte Wirtschaftsleistung des IuM-Sektors mit durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr mehr als dreimal so stark wie in der Gesamtwirtschaft mit rund 2 Prozent. Keine andere Branche ist in dieser Zeit ähnlich stark gewachsen. Dies sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Gisela Meister-Scheufelen, heute bei der Präsentation der Studie »Informations- und Mediensektor in Baden-Württemberg«, die das Statistische Landesamt im Auftrag der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg erstellt hat.

Die Informations- und Medienwirtschaft weist darüber hinaus überdurchschnittliche Beschäftigungszuwächse auf. Von 1995 bis 2004 wurden im Land per Saldo etwa 41 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, so dass in diesem Sektor inzwischen etwa 274 000 Personen erwerbstätig sind. »Besonders die Software- und Datenverarbeitungsdienstleister haben dazu beigetragen, dass sich die IuM-Wirtschaft zu einem Wachstumsmotor mit strategischer Bedeutung für die gesamte Wirtschaft entwickelte«, so Meister-Scheufelen. Seit 1995 hat sich die Wertschöpfung bei den Software- und Datenverarbeitungsdienstleister verdreifacht, bundesweit zählen die baden-württembergischen Softwarehäuser somit zu den wachstumsstärksten. Die Software- und Datenverarbeitungsdienstleister sind dem Bereich der Informations- und Kommunikationsdienstleister (IuK-Dienstleister) zuzuordnen.

Größtes Gewicht haben hier zu Lande die Anbieter von IuK-Dienstleistungen, die über die Hälfte der Wirtschaftsleistung des heimischen IuM-Sektors erwirtschaften. Vier von zehn Arbeitsplätzen entfallen auf den IuK-Dienstleistungsbereich, mehr als in den meisten anderen Bundesländern. Mit einem Anteil von weniger als ein Drittel an der Bruttowertschöpfung des gesamten IuM-Sektors ist demgegenüber die Medienwirtschaft in Baden-Württemberg vergleichsweise schwach ausgeprägt. Baden-Württemberg gehört neben Nordrhein-Westfalen und Bayern zu den führenden IuM-Standorten in Deutschland. Knapp ein Sechstel der Wertschöpfung und der Erwerbstätigkeit des deutschen IuM-Sektors entfällt auf Baden-Württemberg, etwa ein Fünftel jeweils auf Nordrhein-Westfalen und Bayern. Während der Schwerpunkt Bayerns und Nordrhein-Westfalens in der Medienwirtschaft liegt, weist die baden-württembergische IuM-Wirtschaft eine überdurchschnittlich starke Dienstleistungssparte auf.

Starke Konzentration des Informations- und Mediensektors in der Region Stuttgart
Innerhalb Baden-Württembergs zeigt sich eine starke Konzentration der IuM-Wirtschaft in der Region Stuttgart, in der über ein Drittel aller IuM-Unternehmen des Landes angesiedelt sind. Ihr Anteil an den gesamten Umsätzen des IuM-Sektors im Land beträgt sogar mehr als 40 Prozent. Daneben sind auch die Regionen Rhein-Neckar, Mittlerer Oberrhein und Südlicher Oberrhein bedeutende IuM-Standorte des Landes. Gemeinsam mit der Region Stuttgart werden hier nahezu 80 Prozent aller Umsätze der baden-württembergischen IuM-Wirtschaft erzielt. Gerade in diesen Regionen nimmt der IuM-Sektor für die regionale Wirtschaft eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung ein: In den Regionen Südlicher Oberrhein, Stuttgart und Rhein-Neckar beträgt der Anteil der IuM-Wirtschaft am Gesamtumsatz jeweils rund 8 Prozent.

Dagegen spielt die IuM-Wirtschaft in den Regionen Hochrhein-Bodensee und Ostwürttemberg mit einem Umsatzanteil von etwa 2 Prozent nur eine vergleichsweise geringe Rolle. Im Durchschnitt Baden-Württembergs beläuft sich der Umsatzanteil der IuM-Branche an der Gesamtwirtschaft auf etwa 6 Prozent.

Neben der unterschiedlichen Bedeutung des IuM-Sektors für die regionale Wirtschaft unterscheiden sich auch dessen Strukturen in den einzelnen Regionen erheblich. Während beispielsweise die Region Stuttgart eine umsatzstarke IuK-Techniksparte aufweist, ist die Region Rhein-Neckar auf IuK-Dienstleistungen spezialisiert. Eine vergleichsweise stark ausgeprägte Medienwirtschaft ist in den Regionen Ostwürttemberg, Nordschwarzwald, Neckar-Alb und Südlicher Oberrhein anzutreffen.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart


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