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Winterrapsergebnisse vom Versuchsfeld in Boxberg-Schwabhausen liegen vor

Dieser Eintrag stammt von admin Am 6.8.2007 @ 17:04 In Landwirtschaft, Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert

Boxberg-Schwabhausen / Main-Tauber-Kreis. Die Ernte im Main-Tauber-Kreis ist größtenteils eingefahren. Obwohl sie dieses Jahr etwa zehn Tage früher begonnen hat als in den zurückliegenden Jahren, gestaltete sich der Drusch dieses Jahr sehr schwierig. Kurze sonnige warme Zwischenhochs wurden immer wieder von Niederschlägen und kühlen Temperaturen verdrängt, so dass sich heuer oft kein optimaler Erntetermin finden ließ. Es musste oft feucht mit dem Drusch begonnen werden, bevor trockene Partien geerntet werden konnten. Aufgrund dieser Situation und der fehlenden Niederschläge im April konnte dieses Jahr über alle Kulturen hinweg nur eine unterdurchschnittliche Ernte eingefahren werden. Kaum ist die Ernte beendet, gilt es, sich den neuen Problemen und Anforderungen für die anstehende Winterrapsaussaat zu stellen.

Aufgrund der Druschergebnisse vom Zentralen Versuchsfeld in Boxberg-Schwabhausen gibt das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis folgende Empfehlungen zur anstehenden Winterrapsaussaat:

Am Versuchsfeld wurde über alle Sorten hinweg ein Durchschnittsertrag von 49,3 Dezitonnen pro Hektar erreicht. Die Ergebnisse sind wie folgt zu lesen: Sorte / Relativertrag:

  • Empfohlene Hybridsorten: Titan (H) / 103; Baldur (H) / 102; Elektra (H) / 100; zum Probeanbau als neue Sorten empfohlen: NK-Petrol (H) / 105; PR46W31 (H) / 109
  • Empfohlene Liniensorten: NK-Fair / 97; zum Probeanbau als neue Sorten empfohlen: Ladoga / 100; Catalina / 105
  • Weitere Sortenergebnisse vom Versuchsfeld: Billy / 96; Oase / 99; Trabant (H) / 96; Taurus (H) / 96; Tenno (H) / 96; Alkido (H) / 101; Smart / 98; Aragon / 99; Expert / 97; Lorenz / 99; NK-Nemax / 99

Sorteneigenschaften der Empfehlungssorten:

  • Elektra (H): Express als Mutterlinie, mehrjährig konstante Ertragsleistung; frühe Abreife; kurzer Typ mit mittlerer Standfestigkeit; gute Herbst- und Frühjahrsentwicklung – Spätsaateignung bis in den September hinein; überdurchschnittliche Anfälligkeit gegenüber Phoma und Sclerotinia
  • Titan (H): mehrjährig stabile Kornerträge, aber nur mit durchschnittlichen Ölerträgen; durchschnittliche Standfestigkeit; rasche Herbstentwicklung; kommt auf feuchteren oder schwächeren Standorten gut zurecht
  • Baldur (H): in Schwabhausen leicht überdurchschnittliche, mehrjährig stabile Erträge mit mittlerem bis hohem Ölgehalt; mittlere Winterhärte; höhere Anfälligkeit für Sclerotinia
  • NK-Petrol (H): überdurchschnittliches Ergebnis in Schwabhausen, vor allem in der extensiven Variante; mittlere Reife; Sorte zum Probeanbau
    PR46W31 (H): überzeugt auf allen Standorten als Senkrechtstarter mit überdurchschnittlichem Ertrag; wüchsiger robuster Typ mit mittlerer Standfestigkeit; Sorte zum Probeanbau
  • NK-Fair: in Schwabhausen leicht unterdurchschnittlich, aber mehrjährig gute Ertragsergebnisse; überdurchschnittlich gute Resistenz gegenüber Phoma und Sclerotinia; durch seine gute Standfestigkeit und eine frühe Abreife ist Fair auch für Betriebe mit umfangreichem Rapsanbau und enger Rapsfruchtfolge gut geeignet
  • Ladoga: neue kürzere Liniensorte mit mittlerer Standfestigkeit; überdurchschnittliche Resistenzen bei Phoma und Sclerotinia; spät in der Abreife ähnlich wie Oase; in Schwabhausen durchschnittliche Erträge
  • Catalina: Liniensorte zum Probeanbau; in Schwabhausen im ersten Standjahr überdurchschnittliche Erträge

Neben der Wahl der für den jeweiligen Standort und für Betrieb passenden Sorte gilt es bei der anstehenden Winterrapsaussaat, einige diesjährige Besonderheiten zu berücksichtigen. Bislang gab es in der Ernte aufgrund der Witterung überwiegend von den Bodenverhältnissen her feuchte Erntebedingungen. Die dabei entstanden Strukturschäden gilt es durch tiefe Bodenbearbeitung zur Saat aufzuarbeiten. Der Raps hat als Tiefwurzler eine enorme Lockerungskraft, aber für die Herbstentwicklung und den Feldaufgang sollte auf ein feinkrümeliges und durchwurzelbares Saatbett geachtet werden. Im Herbst sollte der Raps eine Wurzellänge von zirka 20 Zentimetern erreichen können. Ein weiteres Problem, mit dem auflaufender Raps dieses Jahr zu kämpfen haben wird, ist der enorm hohe Schnecken- und Feldmausbesatz auf den Flächen. An den Schäden in den abgeernteten Flurstücken vor allem in Winter- und Sommergerste durch die Feldmäuse lässt sich der mögliche Schaden im Raps abschätzen. Sie können durch zwei- bis dreimaliges Bearbeiten der Flächen bekämpft werden. Das Ziel ist dabei die Zerstörung der Feldmausgänge bzw. die Unterbrechung der „Grünen Brücke“ – damit ist gemeint, dass auf dem Acker ohne Unterbrechung etwas wächst – als Nahrungsgrundlage für Schnecken und Mäuse. Besonderes Augenmerk sollte deshalb laut Landwirtschaftsamt nach der Saat und vor dem Sichtbarwerden der Saat auf die Schnecken- und Feldmausbekämpfung gelegt werden. Wichtig ist hier natürlich die Rückverfestigung nach der Saat durch Walzen.

Weitere Ergebnisse und Auswertungen stellt das Kreislandwirtschaftsamt in seinen Abendveranstaltungen „Rat zur Saat“ Anfang September vor. Termine können der örtlichen Presse entnommen werden. Zur Beratung bei Anbaufragen steht das Kreislandwirtschaftsamt unter den Telefonnummern 07931/4827-6316, -6336, -6321, -6324 zur Verfügung.
Mitteilung von:
Landratsamt Main-Tauber-Kreis
Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim
Telefon 09341/82-5612
Telefax 09341/82-5690,
Markus Moll, Pressestelle
[1] pressestelle@main-tauber-kreis.de
[2] www.main-tauber-kreis.de


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