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Stadt Lauda-Königshofen erhält ersten Klimaschutzpreis
Dieser Eintrag stammt von dn Am 1.2.2008 @ 11:28 In Umwelt | Kommentarfunktion deaktiviert
Main-Tauber-Kreis/Lauda-Königshofen: Der Main-Tauber-Kreis hat am Donnerstag erstmals seinen Klimaschutzpreis verliehen. Preisträger des mit 5000 Euro dotierten Wettbewerbs ist die Stadt Lauda-Königshofen. Das Preisgeld muss für Projekte zum Klimaschutz eingesetzt werden. Gestiftet wurde der Preis von dem Tauberbischofsheimer Ehepaar Gertrud und Dr. Leonhard Haaf. Gleichzeitig wurde der Wettbewerb für 2008 neu ausgeschrieben und der Kreis der Teilnahmeberechtigten erweitert. Nun können sich auch Privatpersonen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen bewerben.
Die Stadt Lauda-Königshofen verfolgt bereits seit den 80er Jahren das Ziel, mit Energie sorgsam umzugehen. Als Pionierleistung auf diesem Gebiet hat die Stadt 1988 eine zentrale Gebäudeverwaltungsstelle innerhalb der Stadt geschaffen, welche die Gebäudebewirtschaftung ganzheitlich betrachtet, ständig nach Optimierungsmöglichkeiten sucht und diese auch verwirklicht. Im Kern geht es der Stadt um das Ziel, ein modernes Energie- und Gebäudemanagement mit Gebäudeleittechnik und entsprechendem Softwareprogramm innerhalb der Verwaltung als eigenes Sachgebiet aufzubauen. Nach Meinung der Jury leistet die ganzheitliche Betrachtung öffentlicher Gebäude nach ökologischen und ökonomischen Aspekten einen aktiven Beitrag zu Klimaschutz.
Das Energiemanagement der Stadt zielte zunächst unter anderem darauf ab, die eigenen Bediensteten und weitere Benutzer städtischer Einrichtungen zu energiesparendem Handeln zu bewegen, den Zustand und Betrieb technischer Anlagen zu optimieren und die Energiekosten minimierende Investitionen zu tätigen. Die Ergebnisse wurden 1989 in Form eines Energieberichtes öffentlich vorgestellt. Ohne größere Investitionen war es bereits nach kurzer Zeit gelungen, in den Bereichen Müllentsorgung, Reinigung und Energie jährlich rund 250.000 Euro einzusparen. Das Ziel der Bundesregierung, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2005 auf der Basis von 1987 um 25 Prozent zu senken, übertraf die Stadtverwaltung bereits 1997 um 8,9 Prozentpunkte. Weitere Investitionen galten der Einsparung von fossilen Brennstoffen und der Nutzung der Sonnenenergie. Unter anderem wurde eine Holzhackschnitzelanlage für das bestehende Nahwärmenetz im Schulzentrum gebaut und dieses Nahwärmenetz um die Versorgung von Frei- und Hallenbad, Sportstadion und Feuerwehrgerätehaus Lauda erweitert. Auch hat die Stadt ihre für die Sonnennutzung geeigneten Dächer an Investoren vermietet. Zur besseren zentralen Bedienung, Überwachung Auswertung und Optimierung aller Anlagen in sämtlichen Bereichen der Gebäudeautomation hat die Stadt im Laufe der Jahre eine Gebäudeleittechnik aufgebaut, die es ermöglicht, alle relevanten Daten der angeschlossenen Einrichtungen auf einem Bildschirm anzuzeigen. So werden Störungen und Fehlbedienungen schnell behoben, die unweigerlich zu Energiemehrverbrauch führen. Für 2008 plant die Stadt als weiteren Schritt die Einführung eines softwareunterstützten Energie- und Gebäudemanagements zur besseren Erfassung und Bewertung der Gebäudedaten.
Landrat Reinhard Frank nannte die jahrzehntelangen Bemühungen der Stadt Lauda-Königshofen vorbildlich, ihre Gebäude nicht nur sparsam, sondern auch besonders umwelt- und dank geringer Schadstoffausstöße auch klimafreundlich zu bewirtschaften. Ebenso vorbildlich sei das Engagement des Stifterehepaares Gertrud und Dr. Leonhard Haaf, das bis zum Jahr 2016 Jahr für Jahr 5000 Euro als Preisgeld für den Klimaschutzpreis bereitstellt. Außerdem habe es sich auch der Main-Tauber-Kreis auf die Fahnen geschrieben, das Bestmögliche für den Klimaschutz zu tun. Der Landkreis werde sich für den Ausbau der Nutzung regenerativer Energie einsetzen und beabsichtige die Gründung einer „Energieagentur“, die zum Beispiel Beratung für die Bevölkerung anbietet. Landrat Frank verwies darauf, dass laut Weltklimabericht in den nächsten zehn bis 15 Jahren die entscheidende Wende bei der Minderung der Treibhausgasemissionen erreicht werden muss, wenn gefährliche Klimaveränderungen noch vermieden werden sollen.
Zu der Preisverleihung gekommen waren Mitglieder des Kreistagsausschusses für Umwelt, Wirtschaft und Verkehr, Bürgermeister, Vertreter der Stadt Lauda-Königshofen und des Landratsamtes sowie die Jury, bestehend aus dem Stifterehepaar, Landrat Frank, Kreis-Umweltschutzamtsleiterin Heike Kademann und Thomas Brose vom Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder (Geschäftsstelle Frankfurt).
Wie Leonhard Haaf bekanntgab, haben der Landkreis und das Stifterehepaar sich entschieden, den Kreis der Teilnahmeberechtigten bei der Vergabe des Klimaschutzpreises zu erweitern. Bislang konnten nur Städte, Gemeinden und Ortsteile im Main-Tauber-Kreis sich bewerben. Nun wird der Preis in vier Kategorien vergeben: erstens an Städte, Gemeinden und Ortsteile, zweitens an Privatpersonen und Initiativen, drittens an Bildungseinrichtungen und Institute, viertens an Unternehmen und Verbände. Ob in allen Kategorien ein Preis vergeben wird und wie das Preisgeld von 5000 Euro auf die Kategorien verteilt wird, entscheidet die Jury nach Eingang der Bewerbungen. Die ausführlichen Verleihungsrichtlinien können im Internet unter [1] www.main-tauber-kreis.de > Bürgerservice > Klimaschutzpreis nachgelesen werden. Die Bewerbungsfrist für den Klimaschutzpreis 2008 hat bereits begonnen und läuft bis zum 1. Dezember. lra
Mitteilung von:
Landratsamt Main-Tauber-Kreis
Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim
Telefon 09341/82-5612
Telefax 09341/82-5690,
Markus Moll, Pressestelle
[2] pressestelle@main-tauber-kreis.de
[1] www.main-tauber-kreis.de
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