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Welttuberkulosetag 2008: Stopp TB - jeder trägt Verantwortung

Dieser Eintrag stammt von dn Am 20.3.2008 @ 12:58 In Gesundheit | Kommentarfunktion deaktiviert

Ostalbkreis. Am 24. März 1882 beschrieb der deutsche Mediziner Robert Koch zum ersten Mal das Mycobacterium tuberculosis als Erreger der Tuberkulose. Genau 100 Jahre nach dieser Entdeckung erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den 24. März zum Welt-Tuberkulose-Tag, um gezielt auf die Gefahren durch die TB aufmerksam zu machen. Die Tuberkulose ist bis heute – neben Malaria und AIDS- weltweit eine der drei häufigsten Infektionskrankheiten, und weltweit gehört die Tuberkulose immer noch zu den Erkrankungen, an denen Millionen Menschen jährlich sterben. Deshalb ist der weltweite Kampf gegen Tuberkulose dringender und aktueller denn je.

Der Geschäftsbereich Gesundheit im Landratsamt Ostalbkreis informiert anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tags zur aktuellen Situation im Ostalbkreis:

Auch im Ostalbkreis gibt es jedes Jahr Krankheitsfälle an Tuberkulose. In den letzten Jahren hat die Tuberkulose im Ostalbkreis zahlenmäßig nicht zugenommen, jedoch sind mehrere Fälle der gefürchteten „Multiresistenten Tuberkulose“ aufgetreten. Bei einer multiresistenten Tuberkulose handelt es sich um eine Form der Tuberkulose, die sehr ansteckend sein kann und der Tuberkuloseerreger gegen die zwei wichtigsten Antibiotika  zur Behandlung der Tuberkulosekrankheit (Isoniazid und Rifampicin) resistent ist. Die Behandlung einer multiresistenten Tuberkulose ist außerordentlich kompliziert, langwierig und kostenintensiv. In den letzten drei Jahren gingen fünf Meldungen einer solchen multiresistenten Tuberkulose im Ostalbkreis beim Gesundheitsamt ein.

Im Jahr 2007 wurden im Ostalbkreis 14 neue Tuberkulose-Fälle gemeldet, vier im Raum Aalen und zehn im Raum Schwäbisch Gmünd. Dies ist zwar ein erfreulicher Rückgang um sechs Erkrankungen gegenüber dem Vorjahr, darunter war aber im Jahr 2007 wieder eine Meldung einer sog. multiresistenten Tuberkulose-Erkrankung .

Bei 71% der gemeldeten Tuberkulosefälle im Ostalbkreis war die Lunge betroffen, und es bestand bei allen diesen Fällen die Gefahr einer Weiterverbreitung der Erkrankung („offene  Lungentuberkulose“). Experten gehen davon aus, dass eine an offener Tuberkulose erkrankte Person innerhalb eines Jahres ca. zehn bis 15 weitere Personen ansteckt.

Wie im Vorjahr erkrankten 2007 fast doppelt so viele Frauen wie Männer. Unter den Neuerkrankten war diesmal erfreulicherweise kein Kind (2006: vier Kinder). Der Ausländeranteil der Tuberkuloseerkrankten war im Vergleich zum Vorjahr höher und betrug 50% der TBC-Fälle.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus Berlin erkrankten in Deutschland im Jahr 2007 4.916 Personen an einer aktiven Tuberkulose, 605 davon aus Baden-Württemberg (Stand vom 16.01.2008). Damit setzt sich auch in Deutschland der langfristig rückläufige Trend fort.

Die Ansteckung mit Tuberkulosebakterien erfolgt heute von Mensch zu Mensch praktisch nur noch über die Atemwege durch die sogenannte Tröpfcheninfektion. Der an einer offenen Tuberkulose Erkrankte gibt beim Sprechen, Husten und Niesen mit seinem Atem feinste Tröpfchen ab. Diese enthalten Tuberkulosebakterien und können beim Einatmen die Lunge des Gegenübers infizieren.

Typische Krankheitssymptome einer Tuberkulose sind: Einschränkung des Allgemeinbefindens, Husten, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme und leichtes Fieber. Weil diese Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten, wird oft erst sehr spät an eine Tuberkulose gedacht. Der Zeitraum von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, die sogenannte Inkubationszeit, liegt zwischen drei Monaten und mehreren Jahren.

Der Geschäftsbereich Gesundheit führt bei allen neu entdeckten Infektionen sog. Umgebungsuntersuchungen durch. Alle Kontaktpersonen werden auf Anzeichen der Tuberkulose untersucht. Die beim Gesundheitsamt im Rahmen einer Umgebungsuntersuchung durchgeführten Untersuchungen sind kostenfrei.

Das Gesundheitsamt arbeitet eng mit den niedergelassenen Ärzten, den Lungenfachärzten und den Klinken zusammen. Nur durch eine konsequente Therapie und ständige Kontroll- und Präventionsmaßnahmen kann eine Ausbreitung der Tuberkulose wirkungsvoll verhindert werden. Besondere Anforderungen stellt die Therapie einer multiresistenten Tuberkulose eine sog. DOTS-Therapie dar (directly observed treatment short course), bei der der Erkrankte seine Medikamente täglich unter Aufsicht der Arztes oder des Geschäftsbereichs Gesundheit einnimmt.

Weitere Informationen zum Thema Tuberkulose gibt es im Internet unter [1] www.ostalbkreis.de oder beim Robert-Koch-Institut unter [2] www.rki.de.
Mitteilung von:
Landratsamt Ostalbkreis
Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen
Susanne Dietterle (Pressereferentin)
Tel.: (0 73 61) 5 03-3 12
Fax: (0 73 61) 5 03-9 63 12
E-Mail: [3] pressestelle@ostalbkreis.de
[1] www.ostalbkreis.de


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