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Deutsch-französische Städtepartnerschaften bilden das Fundament Europas
Dieser Eintrag stammt von dn Am 29.4.2008 @ 13:35 In Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert
Neckarsulm/Carmaux. Eine der ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 7. April 1958 in Neckarsulm begründet. Diesen mutigen und visionären Schritt unternahmen der damalige Bürgermeister der Stadt Neckarsulm, Dr. Hans Hoffmann, und sein Amtskollege Jean Vareilles aus der südfranzösischen Stadt Carmaux. 50 Jahre danach wurde die „Goldene Hochzeit“ der kommunalen Partner mit einem öffentlichen Festakt in der Ballei gebührend gefeiert. Der Festabend bildete den Höhepunkt einer Partnerschaftsbegegnung, zu der die Stadt Neckarsulm Delegationen aus allen fünf Partnerstädten eingeladen hatte.
So begrüßte Oberbürgermeister Volker Blust in der Ballei nicht nur den neu gewählten Bürgermeister der französischen Partnerstadt, Alain Espié, sondern auch hochrangige Vertreter aus Bordighera (Italien), Grenchen (Schweiz), Zschopau (Sachsen) und Budakeszi (Ungarn). Zu den Festgästen zählte auch eine Delegation aus Beregdeda, der Partnergemeinde von Budakeszi in der Ukraine. Budakeszi wurde 1993 die jüngste Partnerstadt Neckarsulms. Die Städtepartnerschaft mit Bordighera besteht seit 45 Jahren. Mit Grenchen ist Neckarsulm seit 20 Jahren verbunden. „Gerade die Partnerschaften auf der kommunalen Ebene sind mit ein Garant für ein freies und demokratisches Europa“, erklärte Volker Blust. Die Städtepartnerschaft mit Carmaux habe sich in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten positiv entwickelt. Die damaligen „weitsichtigen und zukunftsweisenden Zielsetzungen“ seien erreicht worden, nämlich „auf der kommunalen Ebene zur Aussöhnung und Verständigung zwischen den beiden Nachbarländern Deutschland und Frankreich beizutragen“. Zu diesem Erfolg hätten die vielen „menschlichen, kulturellen, sportlichen und schulischen Begegnungen“ entscheidend beigetragen. „Die Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten sind ein stablies Fundament für den Weiterbau an einem gesamteuropäischen Haus“, sagte Blust. Daher blieben die Städtepartnerschaften „auch in Zukunft unentbehrlich“.
Ein Beispiel für gelungene Versöhnung
Die Bedeutung der Kommunen für die deutsch-französischen Beziehungen unterstrich der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Günter Gloser, der als Festredner die Glückwünsche der Bundesregierung zum Partnerschaftsjubiläum überbrachte. Rund 2300 deutsch-französische Partnerschaften zwischen Städten, Gemeinden und Regionen seien „ein wunderbares Fundament, das weiter gepflegt werden muss“, forderte der Staatsminister, der gleichzeitig auch Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit ist. „Aus der gemeinsamen Vergangenheit unserer beider Länder entsteht eine gemeinsame Verantwortung für Europa“, erklärte Günter Gloser. In Ländern, die die Aufgabe der Versöhnung noch zu bewältigen hätten, werde er oft auf das beispielhafte deutsch-französische Verhältnis angesprochen. „Es blicken mittlerweile andere Länder und Regionen auf diese Partnerschaft.“ Daher stand für Günter Gloser fest: „Wir müssen diesen Stab weitergeben, auch an eine jüngere Generation.“
Im Namen des französischen Botschafters würdigte der Generalkonsul Frankreichs in Baden-Württemberg, Christian Dumon, die Städtepartnerschaft zwischen Neckarsulm und Carmaux. „Weder Regierungswechsel noch Meinungs-verschiedenheiten konnten diese Partnerschaft in Frage stellen.“ Es gelte auch weiterhin, das Interesse am Nachbarland über einen regelmäßigen Austausch wachzuhalten. „Weitab von der sogenannten großen Politik sind die Gemeindepartnerschaften die Wiege der europäischen Zusammenarbeit“, stellte Christian Dumon fest.
Neue Arten des Austausches regte der Bürgermeister von Carmaux, Alain Espié, an. Als Beispiele nannte er gemeinsame Projekte, Seminare für die Jugend, den kulturellen Austausch sowie wechselseitige Kunstausstellungen. „Wir müssen neue Formen der Begegnungen finden“, forderte der Bürgermeister, um die „Epoche der Normalität“ zwischen Deutschland und Frankreich zu gestalten. In jedem Fall werde man „auch in Zukunft jede Begegnung unserer Einwohner unterstützen“, kündigte Alain Espié an.
Zum Abschluss des Festabends überbrachte der Stadtpräsident von Grenchen, Boris Banga, die Glückwünsche aller weiteren Partnerstädte zum goldenen Jubiläum. Dabei bediente er sich aller vier Sprachen. Für grenzenlose Begeisterung jenseits aller Sprachbarrieren sorgte das Jugendsinfonieorchester der Städtischen Musikschule. Unter der Leitung von Musikdirektor Jochen Hennings umrahmte das Orchester den Festakt mit kraftvollen, symphonischen Klängen und trug so zu einem für viele Gäste unvergesslichen Abend bei.
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