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Konzentrierte Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner im gesamten Ostalbkreis

Dieser Eintrag stammt von dn Am 8.5.2008 @ 11:49 In Gesundheit, Umwelt, Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert

Ostalbkreis. Wie das Landratsamt mitteilt, werden am Mittwoch, 14. Mai 2008, ausgewählte Eichenwälder und Waldränder  in der Nähe von Siedlungen und Erholungseinrichtungen mit dem Pflanzenschutzmittel Dipel ES vom Hubschrauber aus besprüht. Die Maßnahme dient zum Schutz der Menschen vor den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners. Neben Waldgebieten werden auch der Waldfriedhof Aalen sowie Erholungs- und Sportanlagen von den haarigen Raupen befreit.

Die Maßnahmen werden von zwei Hubschrauberlandeplätzen im Ostalbkreis aus durchgeführt. Voraussetzung ist, dass es an diesem Tag nicht regnet. Die Befliegungsaktion startet um 8:00 Uhr in Aalen. Im Laufe des Vormittags werden dann auch die betroffene Eichen in Westhausen, Rainau, Ellwangen und Neuler behandelt. Ab ca. 12:00 Uhr folgen die Gebiete in Lorch, Schwäbisch Gmünd, Durlangen, Gschwend und Untergröningen.

Die Besprühungen werden von im Pflanzenschutzdienst erfahrenen Hubschrauberpiloten durchgeführt. Das Pflanzenschutzmittel wird in Wasser gelöst mit einem Hubschrauber auf die Kronen der Eichen ausgebracht. Die schnelle und effiziente Methode ermöglicht es, 13 Hektar pro Flug und 40 Hektar in einer Stunde zu behandeln. Insgesamt werden im Kreis 150 Hektar an 41 verschiedenen Stellen behandelt. Die Behandlungsgebiete werden jeweils ca. eine Stunde vor bis ca. eine Stunde nach der Befliegung gesperrt. Damit soll sichergestellt werden, dass sich keine Personen auf den Flächen aufhalten. Bitte beachten Sie die ausgeschilderten Sperrungen.

Bei dem Präparat Dipel ES handelt es sich um ein biologisches Pflanzenschutzmittel gegen freifressende blattfressende Schmetterlingsraupen, das für die Anwendungsgebiete Obst- und Gemüsebau, Weinbau, Ackerbau, Zierpflanzen und Forst vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassen ist.

Die wirksame Substanz bei diesem Präparat ist das Bacillus thuringiensis (B.t.). B.t. wird seit über 30 Jahren in Deutschland eingesetzt, heute auf über 20.000 Hektar im Jahr. Das Pflanzenschutzmittel besitzt keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder den sonstigen Naturhaushalt. Es wirkt spezifisch über den empfindlichen Darm junger Raupen, so dass diese innerhalb weniger Tage eingehen. Die Naturschutzbehörden haben den Maßnahmen in vollem Umfang zugestimmt.

Damit das B.t.-Präparat wirken kann, muss es also von den Raupen vor dem dritten Larvenstadium beim Fraß aufgenommen werden. Wichtig für den Erfolg der Maßnahme ist die Wahl des richtigen Zeitpunktes. Eine ausreichende Belaubung der Eichen und eine windstille und trockene Witterung entscheiden über den Erfolg der Behandlung.

Grund für die Maßnahmen ist, dass die Raupen des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr an vielen Orten im Ostalbkreis zum Teil massiv in Erscheinung traten. Die warme Witterung und die natürliche Populationsdynamik begünstigten die starke Vermehrung dieses Insekts. Während der Falter unscheinbar nur wenige Tage lebt, sind die Raupen ab Anfang Mai bis Mitte Juli an besonnten Eichen zu fin¬den. Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmung weiter getragen werden. Diese Brennhaare lösen eine allergische Reaktion aus, die sehr unterschiedlich ausfallen kann. Zu den Symptomen gehören Hautausschläge mit heftigem Juckreiz und Brennen. Reizungen an Mund- und Nasenschleimhäuten können zu schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinerscheinungen wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auf.
Mitteilung von:
Landratsamt Ostalbkreis
Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen
Susanne Dietterle (Pressereferentin)
Tel.: (0 73 61) 5 03-3 12
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