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Ulm wird 2025 voraussichtlich Kreis mit jüngster Bevölkerung sein

Dieser Eintrag stammt von admin Am 22.2.2007 @ 15:23 In Gesundheit, Gesellschaft, Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert

Heilbronn-Franken/Stuttgart. Neben der Entwicklung der Bevölkerungszahl ist die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung für Planungszwecke der Kommunen von großer Bedeutung, denn der Alterungsprozess wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Nach der neuen regionalisierten Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes wird der Stadtkreis Baden-Baden mit 49,1 Jahren auch 2025 weiterhin der Kreis mit der ältesten Bevölkerung bleiben. Der jüngste Kreis wird mit 44,5 Jahren dagegen Ulm sein.

»Heute noch junge Kreise werden einen dynamischeren Wandel der Alterstruktur erleben, denn die jüngeren gut besetzten Jahrgänge wachsen sozusagen weiter in höhere Altersgruppen hinein«, dies sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Gislea Meister-Scheufelen, heute vor der Presse. »Damit stehen gerade diejenigen Kreise und Kommunen, die derzeit noch eine relativ günstige Altersstruktur aufweisen, vor gravierenden Herausforderungen im Hinblick auf ihre Infrastrukturplanungen«. Nach der neuen Vorausrechnung wird das Durchschnittsalter besonders in den Landkreisen Heilbronn (+ 6 Jahre), Tübingen (+ 5,7 Jahre) und Biberach (+ 5,5 Jahre) steigen. Kreise, deren Bevölkerung hinsichtlich des Alters bereits heute über dem Schnitt liegt, werden einen langsameren Verlauf der Alterung erleben. Dies trifft auf die meisten Stadtkreise zu. Insbesondere Stuttgart zeigt hier eine interessante Entwicklung: derzeit mit durchschnittlichen 42,2 Jahre einer der älteren Kreise wird er 2025 nach Ulm der zweitjüngste Kreis sein.

Noch deutlicher wird der demografische Wandel bei der Betrachtung einzelner ausgewählter Altersgruppen. So nimmt die Zahl der Kinder im Kindergartenalter (3 bis einschließlich 5 Jährige) bis 2025 landesweit um rund 14 Prozent ab und fällt von 313 000 auf knapp 269 000 Personen. Am stärksten wird der Rückgang mit jeweils knapp 19 Prozent in den Landkreisen Reutlingen (von 8 400 auf 6 900) und Tübingen (von 6 500 auf 5 300) ausfallen. Die geringsten Rückgänge werden für die Stadtkreise Baden-Baden, Ulm und Karlsruhe erwartet.

Deutlich gravierender wird jedoch der Rückgang bei den Jugendlichen zwischen 10 bis einschließlich 17 Jahren sein. Ist heute jeder elfte Mitbürger im Land in diesem Alter wird es 2025 voraussichtlich nur noch jeder 14. sein. In den Landkreisen Sigmaringen, Waldshut, Heidenheim, Rottweil und dem Enzkreis wird diese Bevölkerungsgruppe nach den Berechnungen sogar um etwa 30 Prozent abnehmen. Dagegen beträgt das Minus in dem Stadtkreis Heidelberg »nur« etwa 16 Prozent (von 8 900 auf 7 500).

Ganz anders stellt sich die Entwicklung bei den 60- Jährigen und Älteren dar. Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und in den 1960er Jahre werden in etwa zehn Jahren zunehmend in diese Altersgruppe »hineinwachsen«. Landesweit erhöht sich die Zahl der 60- Jährigen und Älteren bis 2025 um 36 Prozent auf rund 3,4 Mill. Personen. Die stärksten Zuwächse sind für die Landkreise Heilbronn (um 56 Prozent von 71 900 auf 112 400) und Biberach (um 50 Prozent von 40 400 auf 60 500) und Tübingen (um 61 Prozent von 41 300 auf 66 300) zu erwarten. Dennoch bleibt im Landkreis Tübingen der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe auch 2025 unterdurchschnittlich.

Die starken Geburtenjahrgänge der 1930er führen insbesondere gegen Ende des Vorausrechnungszeitraums zu einem gravierenden Anstieg der Hochbetagten. Landesweit wird sich die Zahl der 85- Jährigen und Älteren bis 2025 mehr als verdoppeln (von 196 000 auf 421 000). Die Entwicklungsspanne zwischen den 44 Kreisen streut vom Stadtkreis Stuttgart mit einer Zunahme um 47 Prozent (von 13 300 auf 19 600) bis zum Landkreis Heilbronn einem Plus von 198 Prozent (von 5 100 auf 15 300).

»Diese Entwicklungen – Abnahme der jungen und eine starke Zunahme der älteren Bevölkerung – werden zu einer höheren Belastung der erwerbsfähigen Bevölkerung im Sinne des Drei-Generationen-Verbundes führen«, so Meister-Scheufelen. Allerdings verläuft auch diese Entwicklung in den Kreisen unterschiedlich und nicht kontinuierlich. Zunächst stellt sich das Verhältnis sogar günstiger dar, ab 2016 steigt jedoch in den meisten Kreisen die Zahl derer, die das Solidarsystem tragen soll. So werden 2025 im Landkreis Heilbronn voraussichtlich 104 Personen die noch nicht und nicht mehr im erwerbsfähigen Alter sind auf 100 Erwerbsfähige kommen. Im Breisgau-Hochschwarzwald wird dieses Verhältnis auf 105 und im Stadtkreis Baden-Baden sogar auf 113 ansteigen. Die anderen acht Stadtkreise sowie die Landkreise Tübingen und Konstanz stehen wesentlich günstiger dar, sie liegen zum Teil deutlich unter dem Landeswert von 97.

Link zu den Tabellen: [1] http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2007058.asp

Mittteilung von:

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Böblinger Straße 68
70199 Stuttgart
Pressestelle: Herr Ratering
Telefon : 0711/641-2451
pressestelle@stala.bwl.de
[2] www.statistik-bw.de


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