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Glockenstil und romantische Töne
Dieser Eintrag stammt von dn Am 20.8.2008 @ 11:36 In Tourismus, Kultur | Kommentarfunktion deaktiviert
Hohenlohekreis. Musikalische Impressionen aus Finnland, Norwegen, dem Baltikum und Russland bieten am Samstag, den 30. August um 19 Uhr, die Violinspielerin Nina Karmon und die Pianistin Laura Mikkola im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses in Gaildorf in einem Konzert im Rahmen des Hohenloher Kultursommers. Neben Werken von Edvard Grieg, Jean Sibelius und Sergej Prokofiev erklingt auch Arvo Pärts Komposition „Fratres“ in einer kammermusikalischen Fassung.
Pärts Musik zeichnet sich durch stark meditativ, aber auch ekstatisch wirkende Wiederholungen in schlichter Harmonik aus: „Ich habe entdeckt, dass es genügt, wenn ein einziger Ton schön gespielt wird. Ich arbeite mit wenig Material, mit einer Stimme, mit zwei Stimmen. Ich baue aus primitivem Stoff, aus einem Dreiklang, eine bestimmte Tonqualität. Die drei Klänge eines Dreiklangs wirken glockenähnlich. So habe ich es Tintinnabuli genannt.“
Mit „Glocken“ ist auch Sibelius’ viertes der „Vier Stücke für Violine und Klavier“ op. 115 aus dem Jahr 1929 überschrieben. Des Weiteren beschreibt eine finnische Pastorale mit „Auf der Heide“. Griegs dritte Violinsonate, in der Tonart c-Moll stehend, entstand 1886 in seinem Heim auf Troldhaugen bei Bergen in Norwegen. Er gilt als Begründer des norwegischen Nationalstils, der – wie auch sonst in Europa – auf Folklore gründete.
Prokofievs Sonate op. 94a war ursprünglich 1943 für Querflöte und Klavier geschrieben worden. Ein Jahr später bearbeitete der zusammen mit Aram Chatschaturjan und Dmitri Schostakowitsch zu den führenden sowjetischen Komponisten seiner Zeit zählende Prokofiev das eher heitere, in D-Dur-Werk für die Violine.
Samstag, 30. August, 19 Uhr
Krautheim-Neunstetten, Schloss
Insel voll Lärm und süßer Lieder
Musik aus der Zeit William Shakespeares, unter anderem von John Dowland, Tobias Hume und Robert Johnson, hat sich das in Duobesetzung auftretende Ensemble „Hamburger Ratsmusik“ für sein Konzert vom Samstag, 30. August um 19 Uhr, auf Schloss Neunstetten bei Krautheim vorgenommen. Chaconnes, Pavanen, Maskentänze, Jigs und Galliarden über Frösche, Stürme, Hexen, Edelmänner, Satyrn und für den König von Dänemark gehören bei dieser Veranstaltung des Hohenloher Kultursommers ebenso dazu wie das berühmte „Greensleeves“.
Der Schauspieler Mario Freivogel wird dem Originalstimmen bekannter Zeitgenossen wie Samuel Pepy, Christopher Marlowe, John Northbrooke und Ausschnitte aus dem Werk Shakespeares selbst gegenüberstellen, sodass ein farbenprächtiges, stimmungsvolles Panorama einer vergangenen Welt entstehen kann, das Simone Eckert auf Gamben und Ulrich Wedemeier auf der Laute vertiefen werden.
Sonntag, 31. August, 17 Uhr
Kloster Schöntal, Bildungshaus, Festsaal
Französische Wasserspiele und Walzer
Vor allem Werken von Claude Debussy und Maurice Ravel widmet sich die finnische Pianistin Laura Mikkola in ihrem Recital am Sonntag, den 31. August, im Festsaal des Bildungshauses Kloster Schöntal im Rahmen des Hohenloher Kultursommers. Das um 17 Uhr beginnende Konzert umfasst eine Auswahl von Kompositionen, die in der kurzen Zeit von fast 30 Jahren zwischen 1884 und 1913 entstanden sind.
Das früheste Werk stammt dabei aus der Feder von César Franck: „Prélude, Choral et Fugue“ in h-Moll, zwei Jahre, bevor sich der Komponist an sein bekanntestes Opus machte: die d-Moll-Sinfonie. Als Ravel noch Student bei Gabriel Fauré am Pariser Konservatorium war, 1899, schrieb er bereits seine „Pavane pour une infante défunte“, die später in der Orchesterversion weltberühmt wurde.
Zwei Jahre später entstanden die „Jeux d’eau“ - ungeheuer virtuose Wasserspiele sowie 1903 bis 1905 die an die klassische Sonatine nur von der Form her anknüpfende „Sonatine“. Mit seinen acht „Valses nobles et sentimentales“ bezog sich Ravel 1911 – bereits mit der Komposition von „La valse“ beschäftigt – auf Franz Schuberts gleichnamigen Zyklus.
Zu dieser Zeit befand sich Claude Debussy an der Komposition seiner zwei Bände der „Préludes“, die ebenfalls einen historischen Bezug habe: Frédéric Chopins gleichnamige Klavierwerke. Laura Mikkola wird einige dieser „Préludes“ spielen, ebenso wie die um 1904 komponierte, wie eine Kadenz zu spielende „L’isle joyeuse“ und die sich auf Spanien beziehenden „Estampes“.
Sonntag, 31. August, 17 Uhr
Schrozberg-Bartenstein, Schlosskirche
Monica und die Verrückten
„La Folia“ und „La Monica“ galten zu Zeiten des Hochbarock als wahre Hits. Kein Wunder also, dass eine ausgesprochen große Zahl von Komponisten sich damals dieser Melodien annahm und – meist – Variationswerke über sie schrieb.
Am Sonntag, den 31. August, wird sich beim Hohenloher Kultursommer in der Schlosskirche von Schloss Bartenstein das Ensemble „Parnassi musici“ einiger dieser Kompositionen annehmen. Das bekannteste „La Follia“-Werk stammt dabei aus der Feder von Antonio Vivaldi, der mit Arcangelo Corelli einen nicht minder bekannten Vorgänger hatte.
Doch schon Giovanni Realis um 1700 entstandene „Follia“ oder gar Andrea Falconieris „Follias echa para mi senora Dona Tarolilla de Carallenos“ sind kaum mehr in Konzerten zu hören. Biaggio Marini hatte sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit „La Monica“ auseinandergesetzt. Doch griff die „Monica“-Euphorie mit Philipp Friedrich Böddecker auch auf einen deutschen Komponisten und mit William Byrd auch auf einen englischen über. Man darf gespannt sein, wie das auf historische Aufführungspraxis spezialisierte und auf zwei Violinen, Violoncello und Cembalo musizierende „Parnassi musici“-Ensemble diese Werke ab 17 Uhr wiederbeleben wird.
Karten gibt es bei der Geschäftsstelle des Hohenloher Kultursommers,
Allee 17, 74653 Künzelsau, Tel. 07940/18-348 oder unter
[1] www.hohenloher-kultursommer.de
Mitteilung von:
Annette Limbach
Geschäftsstelle
Kulturstiftung Hohenlohe
Allee 17
74653 Künzelsau
Tel. 07940/18-373
Fax: 07940/18-431
E-Mail: [2] annette.limbach@hohenlohekreis.de
[1] www.hohenloher-kultursommer.de
[4] www.violinwettbewerb.de
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