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Heilbronn: 45 Platzverweise nach häuslicher Gewalt
Dieser Eintrag stammt von admin Am 27.2.2007 @ 11:53 In Justiz/Polizei, Gesellschaft, Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert
Heilbronn. Nach dem Motto „Null Toleranz bei häuslicher Gewalt“ haben Polizei und städtisches Ordnungsamt im vergangenen Jahr insgesamt 45 gewalttätige Männer im Heilbronner Stadtgebiet aus der eigenen Wohnung verwiesen. Bei diesem so genannten Platzverweis wird den Tätern zum Schutz der Frauen und mitbetroffenen Kinder für wenige Tage bis zu einigen Wochen untersagt, die Wohnung zu betreten und sich dem Opfer zu nähern. Gleichzeitig wird den Frauen Hilfe von kompetenten Beratungsstellen angeboten. Sind Kinder betroffen, wird immer das Amt für Familie, Jugend und Senioren verständigt.
In Heilbronn werden Platzverweise seit Oktober 2000 ausgesprochen. Im Jahr 2005 erreichten sie mit 75 Fällen einen „Spitzenwert“.
„Mit dem Platzverweis sind drei große Fortschritte erzielt worden“, so die städtische Frauenbeauftragte Silvia Payer. „Häusliche Gewalt ist heute nicht mehr Privatsache, der Täter erfährt, dass sein Verhalten direkte Konsequenzen hat, und die Frauen können in ihrer Wohnung bleiben, während sie früher meist ausgezogen sind, um sich der Gewalt zu entziehen.“ Selbstverständlich gelten die gleichen Regelungen aber auch für gewalttätige Frauen zum Schutz von Männern.
Zu den Platzverweisen der Polizei bzw. des Ordnungsamtes führten in vielen Fällen schwere Körperverletzungen der Opfer, von Prellungen bis hin zu Verletzungen durch Messerstiche. In den meisten Fällen war der Täter alkoholisiert.
Hält sich der Täter nicht an das Aufenthaltsverbot, kann er zur Zahlung eines Zwangsgelds von 500 Euro verpflichtet werden. Seit Einführung des Platzverweises sind dem Ordnungsamt jedoch erst fünf Verstöße bekannt geworden. Allen Tätern wird empfohlen, Beratung aufzusuchen und etwa ein Anti-Gewalt-Training bei JederMann e. V. zu absolvieren.
Um die Hilfe für die Opfer bestmöglich zu koordinieren und die Möglichkeiten des Platzverweises weiter bekannt zu machen, arbeiten in Heilbronn Ordnungsamt, Polizei, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, verschiedene Beratungsstellen und die Frauenhäuser sowie Rechtsanwältinnen und –anwälte am Runden Tisch „Häusliche Gewalt“ unter Federführung der Frauenbeauftragten zusammen.
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