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Einbürgerungen von Jahr zu Jahr jedoch rückläufig
Dieser Eintrag stammt von admin Am 28.2.2007 @ 12:34 In Gesellschaft, Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert
Stuttgart. Seit Inkrafttreten der neuen Regelungen des Staatsangehörigkeitsrechts zum 1. Januar 2000 erhielten bis Ende 2005 rund 130 600 Ausländer in Baden-Württemberg die deutsche Staatsbürgerschaft. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben sich allerdings die jährlichen Einbürgerungszahlen seit dem Rekordstand von etwa 29 000 im Jahre 2000 zwischenzeitlich nahezu halbiert. 2005 erwarben 15.024 Ausländer einen deutschen Pass, 2003 waren es fast noch 20 000.
Die deutlich größte Nationalitätengruppe unter den Eingebürgerten bilden die zuvor türkischen Staatsbürger. Auf sie entfielen mit fast 60.000 Fällen rund 46 Prozent aller Einbürgerungen seit 2000. Mit großem Abstand folgen an zweiter Stelle mit rund 9.000 Fällen (knapp 7 Prozent) Einbürgerungen von Personen aus dem bisherigen Serbien und Montenegro. Insgesamt gesehen erhielten etwa 20.000 Angehörige der heute selbstständigen Staaten des früheren Jugoslawien zwischen Anfang 2000 und Ende 2005 die deutsche Staatsangehörigkeit.
Einbürgerungsurkunden für Ausländer der Europäischen Union wurden in rund 6.500 Fällen ausgehändigt. Zusammen gut die Hälfte davon betraf Griechen und Italiener.
Die Einbürgerungsregelungen setzen im Grundsatz die Aufgabe der bisherigen Staatsbürgerschaft voraus. Nur unter bestimmten Bedingungen wird ein “Doppelpass” zugelassen. Dies war im Zeitraum von 2000 bis 2005 bei knapp 48.000 Einbürgerungen der Fall. Somit erfolgten fast 37 Prozent der Ausländereinbürgerungen unter Hinnahme einer doppelten Staatsbürgerschaft. Hier ist jedoch - so das Statistische Landesamt - ein deutlicher Rückgang im Laufe der Jahre festzustellen. So lag der Anteil der mit doppelter Staatsbürgerschaft eingebürgerten Ausländer in 2000 und 2001 jeweils noch bei etwa 46 Prozent. Nachdem 2003 mit rund 24 Prozent der bislang niedrigste Anteil von Einbürgerungen mit einem »Doppelpass« registriert wurde, ist er bis 2005 wieder auf rund 35 Prozent angestiegen. Die meisten Fälle der unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit Eingebürgerten betrafen Personen aus der Türkei, dem früheren Serbien und Montenegro sowie aus dem Iran.
Einbürgerungen werden vor allem von jüngeren Ausländern wahrgenommen. Rund 70 Prozent der von 2000 bis 2005 Eingebürgerten waren jünger als 35 Jahre, darunter etwa 27 Prozent im Alter unter 18 Jahren. Weitere fast 20 Prozent befanden sich im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Demgegenüber lag der Anteil der 60-Jährigen und Älteren an allen Einbürgerungen bei lediglich knapp 2 Prozent. Daraus ergab sich ein mittleres Alter der seit 2000 eingebürgerten Ausländer von rund 27 Jahren. Sie waren damit im Mittel deutlich jünger als die deutsche Bevölkerung, deren mittleres Alter sich Ende 2005 auf etwa 42 Jahre belief.
Seit Beginn der 90er-Jahre 245 000 Einbürgerungen
Fasst man die Entwicklung der Einbürgerungszahlen seit Beginn der 90er-Jahre zusammen, so haben seitdem rund 245.000 Ausländer ihre Integration durch den Erwerb eines deutschen Passes auch formal dokumentiert. Allerdings signalisieren die jährlichen Einbürgerungszahlen gemesssen an dem maximalen Einbürgerungspotential von etwa 880.000 Ausländern, die Ende 2005 bereits seit acht und mehr Jahren in Baden-Württemberg lebten, eine noch relativ geringe Resonanz. Mitte der 90er-Jahre betrug nach den Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung der Anteil der ausländischen Bevölkerung noch rund 13 Prozent (1,35 Mill.), Ende 2005 ist dieser Anteil auf knapp 12 Prozent zurückgegangen (1,28 Mill.).
Die 15 024 Einbürgerungen im Jahre 2005 bedeuteten den niedrigsten Stand seit 1996/97. Der Rückgang der Einbürgerungszahlen im Vergleich zum Rekordjahr 2000 beruht vor allem darauf, dass sich immer weniger türkische Staatsbürger und Personen aus dem früheren Jugoslawien einbürgern lassen. Hier haben die Zahlen bis 2005 um jeweils rund zwei Drittel abgenommen.
Mitteilung von:
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Böblinger Straße 68
70199 Stuttgart
Pressestelle: Herr Ratering
Telefon : 0711/641-2451
pressestelle@stala.bwl.de
[1] www.statistik-bw.de
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