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Grundwasserschutz – seit 20 Jahren ein Erfolgsgeschichte

Dieser Eintrag stammt von dn Am 17.3.2009 @ 16:41 In Landwirtschaft, Umwelt, Verwaltung, Allgemein | Kommentarfunktion deaktiviert

Main-Tauber-Kreis. Seit 20 Jahren wird im Main-Tauber-Kreis gezielt Grundwasserschutz betrieben – mit beachtlichen Erfolgen. Diesem Thema widmet sich eine Ausstellung des Kreislandwirtschaftsamtes mit 24 Schautafeln, die ab sofort bis Freitag, 17. April, im Eingangsbereich des Amtes zu sehen ist.Seit 1988 gibt es in Baden-Württemberg die „Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung“ (SchALVO), die dem Grundwasserschutz dient. Wenn landwirtschaftliche Nutzflächen in einem Wasserschutzgebiet liegen, das gemäß der Nitratbelastung im Grundwasser als Normal-, Problem- oder Sanierungsgebiet eingestuft wurde, muss es nach den SchALVO-Vorgaben bewirtschaftet werden. Die Landwirte dürfen hier zum Beispiel nur begrenzt pflügen, müssen besondere Vorgaben bei der Düngung einhalten und dürfen Pflanzenschutzmittel nur eingeschränkt verwenden. Außerdem müssen die Flächen möglichst lange begrünt werden, wodurch Nitrat im Boden gebunden wird, anstatt ins Trinkwasser zu gelangen. Freilich führen diese Auflagen zu mehr Arbeit für die Landwirte. Daher erhalten die Landwirte vom Land Baden-Württemberg eine Ausgleichszahlung. Im Gegenzug wird die Einhaltung der Auflagen von den Landwirtschaftsämtern kontrolliert. Bei Verstößen drohen der Verlust der Ausgleichszahlung und sogar Bußgelder.

Von den 70.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche im Main-Tauber-Kreis liegen mehr als 30.000 in einem Wasserschutzgebiet, und davon unterliegen wiederum 25.000 Hektar der SchALVO. Bei den Kontrollen zeigt sich, dass im Schnitt auf mehr als 97 Prozent der Flächen die Auflagen eingehalten werden.

Die Bewirtschaftungsauflagen der SchALVO zeigen erfreuliche Wirkung: So haben sich im Main-Tauber-Kreis in vielen Wasserschutzgebieten die Nitratgehalte im Grundwasser deutlich vermindert. Seit dem Jahr 2001 sind viele Wasserschutzgebiete von Sanierungs- zu Problemgebieten oder von Problem- zu Normalgebieten abgestuft worden. Während 2001 noch 11.030 Hektar als besonders belastetes Sanierungsgebiet ausgewiesen waren, sind es heute nur noch 6120 Hektar. Viele Maßnahmen, die mit der SchALVO eingeführt worden sind, haben sich so gut bewährt, dass sie heute auch außerhalb von Wasserschutzgebieten zur guten fachlichen Praxis gehören – dazu zählt zum Beispiel die Bodenprobenentnahme im Frühjahr, auf deren Basis die ideale Menge der Stickstoffdüngung berechnet wird („Nitratinformationsdienst“). Außerdem hat sich gezeigt, dass die Auflagen so gut eingehalten werden können, dass das Landwirtschaftsamt Befreiungen nur noch im Weinbau, beim Anbau von Hülsenfrüchten und zur Minderung des Risikos, dass sich bestimmte Schimmelpilze (Fusarien) bilden, erteilen muss – die Ausnahmen gelten heute nur noch auf 0,69 Prozent der Flächen, die gemäß der SchALVO bewirtschaftet werden, anstatt auf 9,04 Prozent im Jahr 2001.

Im Main-Tauber-Kreis wurden zusätzlich zu den SchALVO-Maßnahmen eine ganze Reihe weiterer Wasserschutzprojekte umgesetzt – zum Beispiel seit 2005 im Sanierungsplan Grünbachgruppe. Auf den betreffenden Flächen wird zum Beispiel nach dem Anbau von Winterraps auf eine Bodenbearbeitung verzichtet (die Nitrat freisetzen würde), wurden Ackerflächen durch Graseinsaat extensiviert und wurde ein spezielles Düngeverfahren eingeführt, das mit Depots arbeitet („CULTAN-Düngung“), die den Stickstoff erst nach und nach an den Boden abgeben.

Seit Dezember 2000 existiert zusätzlich zur SchALVO, die nur in Baden-Württemberg gilt, die EU-Wasserrahmenrichtlinie, die den Grundwasserschutz in der Europäischen Union vereinheitlicht. Ziel ist es, bis 2015 den guten Zustand aller natürlichen Gewässer – also Oberflächengewässer und Grundwasserkörper – herbeizuführen.

„Insgesamt wurden in den vergangenen 20 Jahren erhebliche Verbesserungen im Grundwasserschutz erreicht. Großen Anteil an diesen Erfolgen haben auch die Landwirte, mit denen wir sehr gut zusammenarbeiten“, sagt Manfred Zeller, zuständiger Sachgebietsleiter im Landwirtschaftsamt und Organisator der Ausstellung.

INFO
Die Ausstellung „20 Jahre Grundwasserschutz im Main-Tauber-Kreis“ kann noch bis Freitag, 17. April, im Foyer des Kreislandwirtschaftsamtes, Austraße 6 in Bad Mergentheim, besichtigt werden. Geöffnet ist montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr. Derzeit geben viele Landwirte ihre Bodenproben im Rahmen des Nitratinformationsdienstes beim Landwirtschaftsamt statt, wodurch sich eine gute Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung ergibt. Der Eintritt ist frei.
Mitteilung von:
Markus Moll
 
Landratsamt Main-Tauber-Kreis
Büro des Landrats
Pressereferent
Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim
 
Tel.: 09341/82-5612
Fax: 09341/82-5690
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