Neckarsulm. Mit einem Festakt in der Ballei hat das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) Neckarsulm sein Gründungsjubiläum gefeiert. Vor 50 Jahren, am 3. Mai 1960, wurde der heutige Altbau des städtischen Gymnasiums, das zwischen 1969 und 2008 insgesamt viermal erweitert wurde, feierlich eingeweiht. Albert Schweitzer, eine der großen Ikonen des 20. Jahrhunderts, krönte den damaligen Festakt mit seiner schriftlichen Einwilligung, das neue Neckarsulmer Gymnasium nach ihm zu benennen. Mit dem runden Geburtstag feierte das Gymnasium gleichzeitig ein halbes Jahrhundert Bildungsarbeit in der humanistischen Tradition seines Namensgebers. Zu den Geburtstagsgästen zählten Freunde, Förderer und Wegbegleiter des Gymnasiums, Eltern, Lehrer und Schüler sowie Ehrengäste aus den Partnerstädten Budakeszi und Carmaux. An dem Festakt nahmen auch ehemalige Lehrer und Schüler des ASG teil, darunter der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Professor Dr.-Ing. Hans-Peter Keitel, der die Festrede hielt.
Im Namen des Schulträgers gratulierte Oberbürgermeister Joachim Scholz zum Geburtstag. „In der Bildungslandschaft unserer Stadt ist das ASG ein ganz fester Bestandteil“, versicherte der OB. In allen städtischen Einrichtungen werde viel für die Bildung getan. „Unsere Stadt ist im Sektor Bildung sehr gut aufgestellt.“ Die Stadt habe in den zurückliegenden Jahren etliche Millionen in die Erweiterung und die Ausstattung des ASG investiert. Doch nicht nur in baulicher Hinsicht setze die Schule Maßstäbe. „Auch die bildungspädagogische Arbeit ist mustergültig“, erklärte Scholz. Über das reine Bildungswissen hinaus vermittele das Gymnasium soziales Lernen und soziale Werte. „Das ASG ist eine Vorzeigeschule“, so Scholz. Auch die Eltern und Schüler brächten sich „in die tägliche Arbeit hervorragend ein“, zum Beispiel im Förderverein, Elternbeirat und im ASG-Kochteam beziehungsweise in der Schüler-Mitverantwortung, als Schülermentoren, in Schulchören und Arbeitsgemeinschaften. Die Stadt werde auch in Zukunft alles tun, um für Schule und Ausbildung in Neckarsulm gute innere und äußere Rahmenbedingungen zu schaffen. „Wir werden dem ASG und den anderen Schulen den Stellenwert geben, den die Schulen brauchen und auch verdient haben“, versprach Joachim Scholz.
Bundesverbandspräsident Keitel erinnert sich an seine Schulzeit
Seine persönlichen Erinnerungen an den Umzug von der Neckarschule in das neue Schulgebäude und die Einweihung 1960 sowie einige unterhaltsame Anekdoten aus dem damaligen Schulalltag schilderte Hans-Peter Keitel. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie bestand 1966 sein Abitur am ASG. In seiner Festrede würdigte er Albert Schweitzer als erfolgreichen Unternehmer mit Charisma, der seine visionären Vorstellungen entschlossen verfolgte und dafür auch „Fundraising“ betrieb. „Wenn es um sein Lebenswerk ging, war er genauso geschäftstüchtig wie anständig“, urteilte Keitel. Der Festredner beantwortete auch die Frage, ob der Brief Albert Schweitzers an den damaligen Bürgermeister Dr. Hans Hoffmann von ihm selbst geschrieben wurde. Ein untrügliches Merkmal für die Echtheit des Briefes sei die „etwas abenteuerliche Zeichensetzung“.
Buntes Rahmenprogramm begeistert
Wie man sich jenen historischen Moment vorstellen kann, als der berühmte Urwaldarzt aus dem fernen Lambarene nach Neckarsulm schrieb, verdeutlichten Leo Zakowski als Albert Schweitzer und der Fünftklässler Zeteos Habte als Briefbote in einer ebenso geistreichen wie unterhaltsamen Spielszene. Zusätzlich umrahmt wurde der Festakt von der Tanz-AG der Schule unter der Leitung von Jerusalem Habte, der Mädchen-Tanzgruppe der Klasse 6d, der Schüler-Sopranistin Rebecca Massa sowie dem Orchester „Variosax“. Das ASG ist laut Orchesterleiter Albert Loritz das einzige Gymnasium in Deutschland, dessen offizielles Schulorchester aus einem Saxofon-Ensemble besteht.
Von den Darbietungen waren nicht nur die Festgäste begeistert, sondern auch Schulreferent Ernst Schüly vom Regierungs-präsidium Stuttgart: „Ich bin beeindruckt von dem, was allein an diesem Abend alles auf dieser Bühne geboten wird.“ Als zuständiger Schulreferent wisse er sehr genau, „welch wertvolle Arbeit von allen am Schulleben Beteiligten jahraus, jahrein am ASG geleistet wird“.
Dass aus diesem Miteinander ein gutes Schulklima erwächst, bestätigte Schülersprecher Stefan Neubert: „Wir gehen sehr gerne auf diese Schule.“
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