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Kommunaler Landschaftspflegeverband zieht Bilanz

Dieser Eintrag stammt von dn Am 30.4.2011 @ 09:29 In Öffentlichkeit, Landwirtschaft, Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert

Main-Tauber-Kreis. Eine positive Bilanz des vergangenen Jahres hat der Kommunale Landschaftspflegeverband Main-Tauber e.V. bei seiner Mitgliederversammlung im Creglinger Romschlössle am vergangenen Donnerstag gezogen. Mitglieder sind die 18 Städte und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis sowie der Landkreis. Kernaufgabe des Vereins ist die Erhaltung und Entwicklung von Kulturlandschaften, die eine besondere Rolle für die biologische Vielfalt, den Biotopverbund und das Landschaftsbild spielen. Arbeitsschwerpunkt ist dabei die Offenhaltung der tief in den Muschelkalk und Buntsandstein eingeschnittenen Täler durch geeignete Pflegemaßnahmen in den Trockenhängen. Diese bilden ein vielfältiges Mosaik aus Steinriegeln, Trockenmauern, Hecken, Magerrasen, artenreichen Blumenwiesen und Streuobstbäumen, das den besonderen Reiz der weithin bekannten Ferienlandschaft ausmacht. Vereinsvorsitzender Landrat Reinhard Frank, der neben den Vertretern der Mitgliedsgemeinden auch zahlreiche Vertreter des Fachbeirates in Creglingen begrüßte, sprach von einer wichtigen Zukunftsaufgabe, auch im Hinblick auf den Tourismus. Der Mitgliederversammlung war eine Maschinenvorführung zur Trockenhangpflege durch Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn vorausgegangen.

Geschäftsführer Lorenz Flad berichtete über das Geschäftsjahr 2010. Insgesamt hat der Verband im vergangenen Jahr 340 Hektar an Flächen bearbeitet. Den Großteil der Arbeiten führten etwa 30 Landwirte aus den Maschinenringen „Tauberfranken“ und „Östlicher Tauberkreis“ aus, den Rest erledigten die Flächennutzer selbst, Revierleiter von Forstrevieren mit ihren Waldarbeitern sowie Ortsvorsteher mit Freiwilligen aus der jeweiligen Dorfgemeinschaft. Für die Pflege sind im Geschäftsjahr 2010 Gesamtkosten in Höhe von rund 343.000 Euro entstanden, für die zu unterschiedlichen Teilen Land, Städte und Gemeinden sowie Kreis aufkommen. Darin sind auch die Kosten für Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten und auf landeseigenen Grundstücken enthalten, die vollständig vom Land getragen werden. , Bei dem Geschäftsjahr 2010 handelt es sich um ein neunmonatiges Rumpfgeschäftsjahr von April bis Oktober 2010, da das Geschäftsjahr an das Kalenderjahr angepasst wurde.

Neben der Trockenhangpflege wurde auch im Geschäftsjahr 2010 die Erfassung, Bekämpfung und Beobachtung invasiver Neophyten fortgeführt. Dabei handelt es sich um „pflanzliche Neubürger“, also Pflanzenarten, die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen und durch ihre rasante Ausbreitung die einheimische Pflanzen- und Tierwelt stark zurückdrängen und damit zum Artensterben beitragen. Bekämpft wurden vor allem Vorkommen der Orientalischen Zackenschote, des Riesenbärenklaus und der Kugeldistel.

Großen Wert legt der Landschaftspflegeverband auch auf die Öffentlichkeitsarbeit mit Ausstellungen, Führungen, Vorträgen und Seminaren. Dabei soll verdeutlicht werden, dass die Landschaft im Main-Tauber-Kreis viel zu bieten hat und jeder einen Beitrag leisten kann, um ihre Vielfalt, Eigenart und Schönheit auf Dauer zu erhalten. Außerdem wird dadurch die Akzeptanz für die Pflegemaßnahmen in breiten Bevölkerungsschichten erhöht.

Einstimmig beschlossen wurde der Haushalts- und Arbeitsplan für das Jahr 2011, der Maßnahmen für alle 18 Städte und Gemeinden vorsieht. Die Erstpflege ist auf einer relativ kleinen Gesamtfläche von zwölf Hektar geplant. Der Schwerpunkt wird, wie bereits in den vergangenen Jahren, deutlich auf der Nachpflege liegen, die auf rund 390 Hektar erfolgen soll. Die Trockenmauersanierung wird ebenfalls fortgesetzt. Für das Geschäftsjahr 2011 wurden die Sanierung und der Neubau von 480 Quadratmeter Sichtfläche ins Auge gefasst. Ein besonderes Highlight wird dabei die Sanierung der Trockenmauern im Reicholzheimer „Satzenberg“, nahe des Klosters Bronnbach, sein, die zusammen mit dem Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) durchgeführt wird. Unter dem Projekttitel „Natursteinpuzzle für den Artenschutz“ sollen im Rahmen eines internationalen Workcamps zirka 15 Jugendliche aus der ganzen Welt die eingestürzten Natursteinmauern in der Weinbergslage „Satzenberg“ wieder aufrichten.

Vorstand und Geschäftsführer wurden einstimmig entlastet. Außerdem fanden Wahlen statt. Dabei wurden alle Vorstandsmitglieder für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Der Vorstand setzt sich paritätisch aus Interessenvertretern des Naturschutzes, der Landwirtschaft und der Kommunalpolitik zusammen. Vorsitzender ist Landrat Reinhard Frank, die weiteren Vorstandsmitglieder sind die beiden Bürgermeister Wolfgang Vockel (Stellvertretender Vorsitzender) und Uwe Hehn, Reinhard Wolf vom Regierungspräsidium Stuttgart, die Leiterin des Kreislandwirtschaftsamtes, Helgard Tomppert, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Alois Fahrmeier, und Wolfgang Dornberger, der den Landesnaturschutzverband vertritt.

Vor der eigentlichen Mitgliederversammlung trafen sich die Versammlungsteilnehmer am Creglinger Trockenhang im Gewann „Bützen“. Dort stellte Bürgermeister Uwe Hehn, selbst im Vorstand des Vereins vertreten, sein funkferngesteuertes Raupenfahrzeug zur Steilhangpflege vor. Die 31 PS starke Maschine verfügt über einen Schlegelmulcher als Frontanbaugerät. Auf einer sehr kleinen, aber steilen und zuvor aus Gründen des Naturschutzes genau inspizierten Hangböschung demonstrierte Bürgermeister Hehn die Wendigkeit und Hangtauglichkeit seiner Maschine. Für Uwe Hehn, der mit seiner Miniraupe neben den eigenen Grundstücken in Creglingen in seiner Freizeit auch zahlreiche weitere Trockenhänge in der Umgebung offen hält, ist das die Steilhangpflege der Zukunft. Im Vergleich mit einem Handbalkenmäher oder dem Einsatz von Motorsensen spare das ferngesteuerte Gerät vor allem viel Laufarbeit im steilen Gelände. Durch die geringe Höhe und die enorme Wendigkeit der Maschine sei auch das Mulchen unter Nieder- und Halbstammobstbäumen problemlos möglich.
Mitteilung von:
Markus Moll
 
Landratsamt Main-Tauber-Kreis
Büro des Landrats
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Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim
 
Tel.: 09341/82-5612
Fax: 09341/82-5690
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