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Biotechnologisches Gymnasium wird angestrebt

Dieser Eintrag stammt von dn Am 15.9.2011 @ 16:00 In Bildung | Kommentarfunktion deaktiviert

Main-Tauber-Kreis.Landkreis und Stadtverwaltung wollen das Angebot der beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis um ein Biotechnologisches Gymnasium in Wertheim erweitern. Nun sollen die Schüler genauer über die Chancen und Möglichkeiten in der Biotechnologie informiert und ihr Interesse abgefragt werden. Auch die Unternehmen der Region werden nach möglichen Einsatzfeldern für die Absolventen eines biotechnologischen Gymnasiums befragt.

Bereits im Jahr 2009 hat der Kreistag des Main-Tauber-Kreises die Fortentwicklung des Bildungsangebotes in den Beruflichen Schulen des Main-Tauber-Kreises als Ziel vorgegeben. Seit dieser Zeit steht die Landkreisverwaltung in einem regelmäßigen Dialog mit der Abteilung 7 – Schule und Bildung – des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Kultusministerium Baden-Württemberg. So konnten inzwischen beispielsweise an der Gewerblichen Schule in Tauberbischofsheim eine weitere Technikerklasse, eine 3. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums in Wertheim und das Ernährungswissenschaftliche Gymnasium in Bad Mergentheim eingerichtet werden. „Ziel ist, das Angebot noch weiter fortzuentwickeln“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Es ist deshalb ein gemeinsames Ansinnen der Stadtverwaltung Wertheim, des beruflichen Schulzentrums in Wertheim und der Landkreisverwaltung, das Bildungsangebot um ein biotechnologisches Gymnasium zu erweitern.

Die Landkreisverwaltung hat hierzu bereits Anfang 2011 einen Antrag an das Kultusministerium Baden-Württemberg und das Regierungspräsidium Stuttgart gerichtet. Leider war dieser Antrag bisher noch nicht von Erfolg gekrönt. „Wir möchten jetzt den Bedarf für ein biotechnologisches Gymnasium noch exakter nachweisen“, erläutert Landrat Reinhard Frank einen Aspekt des geplanten neuen Antrages. So soll jetzt kurz nach Schulbeginn in der Comenius-Realschule und der Berufsfachschule am Beruflichen Schulzentrum über den Bildungsweg der Biotechnologie informiert werden. Die Schüler werden auch nach ihrem Interesse an einem solchen Bildungsgang befragt.

Biotechnologie wird künftig noch weiter an Bedeutung zunehmen. Ziel der Biotechologie ist die Entwicklung neuer oder effizienter Verfahren zur Herstellung von chemischen Verbindungen oder die Entwicklung von Diagnosemethoden, etc. In der Biotechologie werden vor allem Erkenntnisse aus vielen anderen Bereichen, wie beispielsweise der Mikrobiologie, Biochemie, den Ingenieurwissenschaften oder der Verfahrenstechniken genutzt. Zur Verdeutlichung kann auf klassische biotechnologische Anwendungen bereits vor Jahrtausenden hingewiesen werden, zum Beispiel die Herstellung von Wein und Bier mit Hefen und die Verarbeitung von Milch zu verschiedenen Lebensmitteln mit Hilfe bestimmter Mikroorganismen. Aufgrund des umfassenden Aufgabenfeldes gliedert sich die Biotechnologie in die rote Biotechnologie für den medizinischen Bereich, in die grüne Biotechnologie für die Pflanzen bzw. Landwirtschaft und in die weiße Biotechnologie in der Industrie.

„Junge Menschen, die sich hierfür interessieren, stehen die Türen in biotechnologischen Berufsfeldern weit offen“, erklärt Dezernent Jochen Müssig von der Landkreisverwaltung. Diese Möglichkeiten sollen nun im Rahmen einer Schülerinformation unter anderem in der Comenius-Realschule und in der Berufsfachschule des Beruflichen Schulzentrums in Wertheim vorgestellt werden. Hierbei arbeiten – mit gleichlautenden Interesse – die Schulleiter Dr. Norbert Stallkamp und Hans-Peter Otterbach schulübergreifend zusammen. Beiden ist sehr daran gelegen, dass den Schülern ein umfassendes Bildungsangebot zur Verfügung steht. Auch Oberbürgermeister Stefan Mikulicz und Bürgermeister Wolfgang Stein von der Stadtverwaltung Wertheim unterstützen diese Vorgehensweise. „Nur mit einem exzellenten Bildungsangebot können wir der demografischen Entwicklung ein wenig gegensteuern“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Nur umfassende und für den Beruf gute Perspektiven bildende Bildungsangebote verhindern neben der Demografie auch noch ein zusätzliches Abwandern aus dem Ländlichen Raum, zu dem der Main-Tauber-Kreis zählt, in die Ballungszentren.

Parallel zur Schülerinformation hat die Landkreisverwaltung in den vergangenen Wochen auch zur Wertheimer Industrie, zu Handel und Dienstleistung Kontakt aufgenommen. Auch Nachbarorte wurden in diese Umfrage einbezogen. Die Umfrage soll ermitteln, bei welchen Unternehmen und in welchen Dienstleistungsbetrieben biotechnologische Berufsfelder zur Verfügung stehen. Über das biotechnologische Gymnasium wäre es leichter, später entsprechende Fachkräfte zu gewinnen. Unternehmen, die sich zu diesem Thema äußern möchten und bisher keine Information seitens der Landkreisverwaltung erhalten haben, sollen sich bitte mit dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Dezernat für Kreisentwicklung und Bildung, Dr. Heiko Schnell, Telefon 09341/82-5801, [1] heiko.schnell@main-tauber-kreis.de, oder Jochen Müssig, Telefon 09341/82-5705, [2] jochen.muessig@main-tauber-kreis.de, in Verbindung setzen.

Die Schülerinformation mit Interessenabfrage einschließlich der Umfrageergebnisse aus der Industrie soll im Spätherbst als begründende Unterlage dem erneuten Antrag auf Einrichtung eines Biotechnologischen Gymnasiums am Beruflichen Schulzentrum in Wertheim beigefügt werden. lra

INFO
Im Main-Tauber-Kreis sind die drei beruflichen Schulzentren Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim wichtige Bausteine des Bildungsangebotes. Es bestehen an allen drei Standorten kaufmännische und gewerbliche Bildungsangebote. Dies spiegelt sich auch in den wirtschaftlich und technisch ausgerichteten Gymnasien wider. Hinzu kommt das Ernährungswissenschaftliche Gymnasium der Beruflichen Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung in Bad Mergentheim.
Mitteilung von:
Markus Moll

Landratsamt Main-Tauber-Kreis
Büro des Landrats
Büroleiter, Pressereferent
Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim

Tel.: 09341/82-5612
Fax: 09341/82-5690
E-Mail: [3] markus.moll@main-tauber-kreis.de
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