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IHK-Wirtschaftslagebericht für das 1. Quartal 2007: Konjunktur legt Verschnaufpause ein
Dieser Eintrag stammt von admin Am 2.5.2007 @ 12:10 In Dienstleistung, Verwaltung, Industrie, Handel, Allgemein | Kommentarfunktion deaktiviert
Heilbronn-Franken. Im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken hat sich die Konjunktur im 1. Quartal 2007 leicht abgeschwächt. Die heimische Wirtschaft beurteilt ihre aktuelle Lage per saldo weniger günstig als im Vorquartal. Allerdings erwarten die Unternehmen nicht, dass die derzeitige Eintrübung den robusten Konjunkturaufschwung nachhaltig beeinträchtigt. Vielmehr haben sich die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate nochmals verbessert. Triebkraft der konjunkturellen Entwicklung bleibt weiterhin die regionale Industrie und hier vor allem der Export, mittlerweile aber auch eine gute Inlandsnachfrage. Während es bei der Lagebeurteilung für die Industrie lediglich einen leichten Dämpfer auf hohem Niveau gab, zeigt sich das heimische Baugewerbe über seine wirtschaftliche Situation deutlich unzufriedener. Die Betriebe berichten von einem zunehmenden Auftragsmangel. Aber auch im Großhandel sowie im Einzelhandel hat sich die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage verschlechtert. Dies dürfte unter anderem auf die Belastungen durch die höhere Mehrwertsteuer zurückzuführen sein. Schließlich ist auch bei den Dienstleistern eine Stimmungsabkühlung festzustellen. Erfreulich für den Arbeitsmarkt ist dagegen die anhaltend hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. An der neuesten Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben mehr als 370 Unternehmen mit zusammen rund 62.500 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.
Konjunktur im IHK-Bezirk schwächer
Die konjunkturelle Entwicklung hat im 1. Quartal 2007 eine Verschnaufpause eingelegt. Die an der Umfrage teilnehmenden Un-ternehmen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage per saldo etwas schlechter als im Vorquartal ein. Während 47 Prozent (Vorquartal 52 Prozent) der regionalen Betriebe die aktuelle wirtschaftliche Lage als gut beurteilen, sind 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Die Expor-te stützen nach wie vor die Konjunktur, auch wenn im 1. Quartal 2007 ein leichter Rückgang im Auslandsgeschäft festzustellen war.
Die Investitionstätigkeit der regionalen Wirtschaft ist rege geblieben. Dämpfend auf die Binnenwirtschaft wirkt sich hingegen die niedrigere Konsumbereitschaft der Verbraucher unter anderem durch die Anhebung der Mehrwertsteuer aus.
Die Beschäftigungspläne der Unternehmen bleiben auch im 1. Quartal 2007 von deutlicher Zuversicht geprägt. 31 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Betriebe wollen ihr Personal vor Ort in den kommenden zwölf Monaten erhöhen. Lediglich 11 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) erwägen eine Reduzierung der Beschäftigtenzahl. Gegenwärtig führt das hohe konjunkturelle Niveau zu einer spürbaren Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt.
Hinsichtlich der Geschäftserwartungen in den nächsten zwölf Monaten zeigen sich die regionalen Unternehmen weiter sehr zuversichtlich. 43 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) der Betriebe erwarten einen günstigeren weiteren Geschäftsverlauf, während 8 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen pessimistisch auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung blicken.
Industrie bleibt Triebkraft der Konjunktur
Die heimische Industrie, die maßgeblich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bestimmt, beurteilt ihre aktuelle Geschäftslage auf hohem Niveau per saldo etwas weniger positiv als im vergangenen Quartal. 56 Prozent (Vorquartal 60 Prozent) der Industrieunternehmen bezeichnen die aktuelle wirtschaftliche Situation als gut, während 5 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der Betriebe einen schlechten Geschäftsverlauf melden.
Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Zahl der Auftragseingänge aus dem Ausland leicht verringert. 42 Prozent (Vorquartal 46 Prozent) der Betriebe konnten einen Anstieg bei den Auslandsorders verbuchen. Wie im Vorquartal melden 8 Prozent der Industrieunternehmen einen Rückgang bei den ausländischen Auftragseingängen. Das dennoch nach wie vor gute Exportgeschäft der heimischen Betriebe ist mit dem fortgesetzten Aufschwung der Weltwirtschaft und der hohen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu begründen.
Im Bereich der inländischen Auftragseingänge weisen wie im 4. Quartal 2006 41 Prozent der Unternehmen steigende Inlandsorders aus, während 12 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Industriebetriebe Einbußen bei den inländischen Auftragseingängen verkraften mussten. Die heimischen Industriebetriebe melden im 1. Quartal 2007 im Durchschnitt eine Kapazitätsauslastung von 86 Prozent.
Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in den nächsten zwölf Monaten sind die optimistischen Stimmen noch weiter gestiegen. 46 Prozent (Vorquartal 43 Prozent) der Unternehmen gehen von einer eher günstigen Geschäftsentwicklung aus, nur 5 Prozent der Betriebe blicken wie im Vorquartal skeptisch in die Zukunft. Rund 34 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) der Industriebetriebe planen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl. 13 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) der Unternehmen sehen für die nächsten zwölf Monate einen Personalabbau vor.
Unzufriedenheit im Baugewerbe
In der regionalen Bauwirtschaft hat sich die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation im 1. Quartal 2007 gegenüber dem Vorquartal spürbar abgekühlt. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen liegt jetzt wieder leicht im Minusbereich. Während nur noch 17 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) der Unternehmen den Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, halten rund 21 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) der Betriebe die aktuelle Geschäftslage für schlecht. Negativ schlägt die Entwicklung der Aufträge insgesamt zu Buche. Die Auftragslage im Bereich des gewerblichen Hochbaus fällt im 1. Quartal 2007 im Vergleich zu allen Teilbereichen des Baugewerbes trotz eines starken Rückgangs per saldo noch am günstigsten aus. 47 Prozent der Betriebe des gewerblichen Hochbaus konnten Auftragszuwächse verzeichnen. Wie im vergangenen Quartal bildet der Bereich des Wohnungsbaus das Schlusslicht bei den Auftragseingängen. Während lediglich 6 Prozent der Unternehmen wachsende Auftragseingänge melden, klagen zwei Drittel der Betriebe über einen Rückgang bei den Auftragseingängen.
Die Aussichten für die zukünftige Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten fallen dagegen per saldo nur wenig schlechter als im Vorquartal aus. Nach wie vor ein Drittel (Vorquartal 39 Prozent) der Unternehmen rechnet mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. 19 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) der Betriebe erwarten eine Eintrübung des Geschäftsverlaufs. Die Beschäftigungsaussichten haben sich im regionalen Baugewerbe im Vergleich zum vergangenen Quartal per saldo nochmals leicht verbessert. 31 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen, während 17 Prozent der Unternehmen eine Reduzierung der Beschäftigtenzahl in Betracht ziehen.
Lage im Großhandel verschlechtert
Im Bereich des Großhandels hat sich das Stimmungsbild gegenüber dem Vorquartal eingetrübt. Während 46 Prozent (Vorquartal 57 Prozent) der Großhändler von einem guten Geschäftsverlauf sprechen, bezeichnen 13 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Un-ternehmen die aktuelle Lage als schlecht. Bei der Beurteilung des Kaufverhaltens überwiegen jetzt wieder die negativen Stimmen. Rund 26 Prozent der Großhändler stufen das Kaufverhalten der Kunden als zurückhaltend ein. In Bezug auf die weitere Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten herrscht per saldo vorsichtiger Optimismus. Rund ein Drittel der Großhandelsunternehmen blickt zuversichtlich auf die Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten. 22 Prozent der Betriebe schätzen den weiteren Geschäftsverlauf dagegen eher pessimistisch ein. Während 24 Prozent der Unternehmen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahlen planen, sehen 7 Prozent der Großhandelsbetriebe einen weiteren Personalabbau vor.
Höhere Mehrwertsteuer belastet Einzelhandel
Gegenüber dem 4. Quartal 2006 hat sich die Lagebeurteilung im regionalen Einzelhandel verschlechtert. 34 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) der Einzelhändler bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, während ein Fünftel (Vorquartal 17 Prozent) der Betriebe mit der aktuellen Lage unzufrieden ist. Dämpfend auf den privaten Konsum wirkt der Kaufkraftentzug durch die höhere Mehrwertsteuer. Die Beurteilung des Kaufverhaltens der Kunden durch die heimischen Einzelhändler hat sich im Vergleich zum Vorquartal per saldo unwesentlich geändert. 12 Prozent der Einzelhandelsbetriebe bezeichnen das Kaufverhalten ihrer Kunden als kauffreudig und rund 42 Prozent der Einzelhändler sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Hinsichtlich der Beurteilung des zukünftigen Geschäftsverlaufs insgesamt in den nächsten zwölf Monaten überwiegt bei den Einzelhändlern im 1. Quartal 2007 wieder deutlicher Optimismus. Vor allem als Fol-ge der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte längerfristig mit einer Kräftigung des privaten Verbrauchs zu rechnen sein. Mehr als 29 Prozent der Unternehmen (Vorquartal 19 Prozent) gehen von einer eher günstigen Geschäftsentwicklung aus, 7 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) der Betriebe rechnen mit einem schlech-teren Geschäftsverlauf. 18 Prozent der Einzelhändler planen ei-ne Personalaufstockung, während jeder zehnte Betrieb eine Re-duzierung der Beschäftigtenzahl in Erwägung zieht.
Stimmungsabkühlung bei Dienstleistern
Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durch die Unternehmen des heimischen Dienstleistungsgewerbes fällt per saldo weniger günstig als im vergangenen Quartal aus. 39 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) der Unternehmen halten die aktuelle Lage für gut, während ein Zehntel der Betriebe (Vorquartal 0 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden ist. Bei einer per saldo schwächeren Umsatzbeurteilung berichten 15 Prozent der Unternehmen über rückläufige Auftragsvolumina, während 44 Prozent der Dienstleister einen Zuwachs beim Auftragsvolumen verbuchen konnten. Auch bei der Einschätzung der Geschäftsentwicklung insgesamt in den nächsten zwölf Monaten ist gegenüber dem Vorquartal per saldo eine leichte Eintrübung festzustellen. 53 Prozent (Vorquartal 52 Prozent) der Dienstleister erwarten einen günstigen Verlauf, 9 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) der Betriebe blicken hingegen mit Skepsis in die Zukunft. Nach wie vor bietet der Dienstleistungssektor überdurchschnittlich gute Beschäftigungschancen. 39 Prozent der Unternehmen ziehen Neueinstellungen in den kommenden zwölf Monaten vor Ort in Betracht, während lediglich 9 Prozent der Dienstleistungsbetriebe einen Personalabbau vorsehen.
Weitere Informationen zur aktuellen konjunkturellen Lage können im Internet unter dem Stichwort „Konjunktur“ unter [1] www.heilbronn.ihk.de/Information/konjunktur.htm abgerufen werden.
Mitteilung von:
Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken
Ferdinand-Braun Straße 20
74074 Heilbronn
Achim Ühlin (Leiter PR)
Tel.: 07131 9677-106
Fax: 07131 9677-117
uehlin@heilbronn.ihk.de
[2] http://www.heilbronn.ihk.de
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