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Zukunftswerkstatt “Gemeinsam für Familien in Igersheim”
Dieser Eintrag stammt von admin Am 2.2.2007 @ 19:14 In Gesellschaft, Bildung | Kommentarfunktion deaktiviert
Igersheim. Gemeinde, lokale Unternehmen und IHK ziehen an einem Strang. Auf der von der Gemeinde Igersheim (Main-Tauber-Kreis) in Zusammenarbeit mit der FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg und dem Kommunalverband Jugend und Soziales veranstalteten sechsstündigen Zukunftswerkstatt “Gemeinsam für Familien in Igersheim” am 20. Januar 2007 diskutierten Bürgerinnen und Bürger, Fachleute, Unternehmens-, Gemeinde- und Verbandsvertreter zunächst über Ideen, Zielvorstellungen und Visionen zur Kinder- und Familienfreundlichkeit vor Ort. Anschließend erarbeiteten die über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Igersheimer Bürgerhaus konkrete Vorschläge und Handlungsansätze zur Weiterentwicklung der Kinder- und Familienfreundlichkeit in Igersheim. Die Arbeitsergebnisse werden dokumentiert. Die FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt hat bisher 13 Zukunftswerkstätten abgeschlossen und stellt zahlreiche Praxisbeispiele vor.
Die IHK Heilbronn-Franken und die Wittenstein AG unterstützen die Zukunftswerkstatt: “Das Thema Familienfreundlichkeit zählt auch für die IHK Heilbronn-Franken zu den wichtigsten Themen überhaupt. Wir sind der festen Überzeugung, dass kinder – und familienfreundliche Kommunen, Regionen und auch familienfreundliche Unternehmen Vorteile gegenüber anderen haben.” betonte Achim Ühlin von der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, die die Zukunftswerkstatt in Igersheim zusammen mit der ortsansässigen Wittenstein AG finanziell unterstützt.
Weitere Zukunftswerkstätten in ganz Baden-Württemberg geplant
Mit der Durch-führung der Zukunftswerkstatt übernimmt die Gemeinde Igersheim zusammen mit bis-her 15 weiteren Kommunen aus ganz Baden-Württemberg eine Vorreiterfunktion für das ganze Land. Seit Juni 2005 führt die FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Ortenauer Bündnis für Familien, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) und ausgewählten Gemeinden und Städten Zukunfts-werkstätten zum Thema “Familienfreundliche Kommune” durch. Für 2007 sind im Rahmen der Initiative “Kinderland Baden-Württemberg” weitere Zukunftswerkstätten in ganz Baden-Württemberg geplant.
Vorschläge für ein kinder-, jugend- und familienfreundliches Igersheim
Was ist in Igersheim familienfreundlich? Und was nicht? Welche Ideen und Zielvorstellungen für ein rundum kinder-, jugend- und familienfreundliches Igersheim im Jahr 2020 gibt es? Und was sind dazu die wichtigsten Schritte und Maßnahmen, die Igersheim als nächstes angehen soll? Anhand dieser Fragen haben die Teilnehmer/innen im ersten Teil der Veranstaltung konkrete Ideen und Vorschläge für ein familienfreundliches Handlungskonzept der Gemeinde Igersheim erarbeitet.
Ganz oben auf der Vorschlagsliste stehen die Themenbereiche “Gute Startchancen für Kinder”, “Vereinbarkeit von Beruf und Familie” und “Jugend in Igersheim”. Die Bürger/innen sehen die Notwendigkeit für eine Intensivierung der Kooperation zwischen Kindergarten und Schule, um den Kindern diesen entscheidenden Übergang zu erleichtern. Außerdem wird ein weiterer Ausbau der Betreuungsangebote für Kindergarten- und Schulkinder, eine Ferienbetreuung für Schulkinder von 6 bis 16 Jahren und ein Ausbau der Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder vorgeschlagen. Auch Betreuungsangebote und die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung für Jugendliche haben für die Teilnehmenden eine hohe Priorität: Die Betreuungsangebote sollen weiter in Richtung Ganztagsschule ausgebaut und durch ein verlässliches Ferienprogramm flankiert werden. Darüber hinaus wird dazu angeregt, dass auch die Unternehmen vor Ort sich mehr für die Jugendlichen öffnen und engagieren. Sie könnten z.B. über Tage der offenen Tür oder Workshops in den Schulen einen Beitrag zur Berufsvorbereitung leisten. Eine wichtige Rolle hat auch die Vereinsarbeit, die sich zunächst eine breitere Basis schaffen und darauf aufbauend dann bei den Jugendlichen auf mehr Gemeinsinn hinwirken soll. Außerdem halten die Igersheimer eine Infobroschüre für wichtig und sinnvoll, die als Wegweiser alle Angebote für Familien in Igersheim erfasst und vorstellt. Darüber hinaus wurde einem Ausbau von Maßnahmen zur Gewaltprävention an Schulen eine hohe Priorität gegeben.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt war das Zusammenleben von Alt und Jung. Vielfach vorgeschlagen wurde die Einrichtung einer Tauschbörse an einem zentralen Ort in der Gemeinde, auf deren Vermittlung hin sich die Bürgerinnen und Bürger gegenseitig unentgeltlich helfend zur Hand gehen können. Über diese Börse ließe sich auch ein ebenfalls vorgeschlagener Leihoma/ -opaservice organisieren. Außerdem war die Durchführung einer Bedarfsanalyse für ein Ruf-, Sammel- sowie Bürgertaxi, das die Mobilität vor Ort für Jung und Alt verbessern soll, ein wichtiges Thema.
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart.
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