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75 Jahre Jeans-Kult multimedial inszeniert und erlebbar gemacht - Eröffnung des „MUSTANG MUSEUM für die Zukunft“
Dieser Eintrag stammt von admin Am 10.5.2007 @ 15:07 In Kultur, Industrie, Handel | Kommentarfunktion deaktiviert
Künzelsau. MUSTANG, das Unternehmen, das die ersten Jeans in Europa herstellte, wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Zum Jubiläum beschert es der Öffentlichkeit eine einmalige Dokumentation der eigenen Firmen- wie auch der Jeansgeschichte. Die ehemalige Gründervilla in der Künzelsauer Austraße 10 wurde zum Museum umgebaut, das am Sonntag, 6. Mai, mit einem Tag der Offenen Tür und freiem Eintritt eröffnet hat. 280 Quadratmeter auf zwei Stockwerken beherbergen Exponate, die bislang hinter verschlossenen Archivtüren nur wenigen MUSTANG-Mitarbeitern zugänglich waren. Eine multimediale Inszenierung macht die Erfindung der und den Kult um die Jeans sowie die facettenreiche und spannende Geschichte(n) der Marke mit dem Wildpferd-Logo erlebbar.
Vor 75 Jahren, am 2. Mai 1932 begann die Zeitrechnung für die Firma MUSTANG. Im süddeutschen Künzelsau, in einer Wohnvilla in der Austraße 10, ratterten zum ersten Mal sechs Nähmaschinen. Bald nähte Unternehmensgründerin Luise Hermann, dank ihres Schwiegersohnes Albert Sefranek, nicht mehr wie anfänglich Arbeitsbekleidung, sondern die allerersten Jeans, die in Europa produziert wurden. Aus der L.Hermann Bekleidungsfabrik entwickelte sich der Jeansspezialist MUSTANG. Das Wohnhaus wurde jetzt zum authentischen Museum umgebaut, dem “MUSTANG MUSEUM für die Zukunft”.
„Das, was für individuelle Persönlichkeiten gilt, gilt auch für Marken. Die Menschen hinter MUSTANG haben eine authentische Markenpersönlichkeit geformt. Diese Persönlichkeit erlebbar zu machen, war die Aufgabe, vor die wir gestellt wurden.“, beschreibt Lothar Nebl, Geschäftsführer der verantwortlichen Museums-Agentur ATELIER & FRIENDS die Anforderung. Das Innere des Gebäudes wurde in seiner kostbaren Substanz nicht angetastet; vielmehr entstand, mit Ausnahme der Diele, ein „Raum-im-Raum-System“: In jedes Zimmer wurde raumfüllend eine Konstruktion aus Holz eingepasst, deren Boden, Decke und Wände die Originalmauern der Villa nicht berühren. In diesen Zwischenräumen verlaufen 10 Kilometer Kabelstränge, um die multimediale Umsetzung möglich zu machen. Das Gebäude bleibt in seiner Gesamtheit somit als Exponat erhalten.
ERDGESCHOSS
Im Foyer, in der herrschaftlichen Eingangshalle steht ein zusammengeschnürter Turm aus alten Koffern. Er symbolisiert die Dinge, die auf den Dachböden liegen, die in der Lage sind, uns Geschichten zu erzählen. Digitalisierte Fotos und Super 8 Filme geben auf modernen Flatscreens einen Einblick in die Privatsphäre der Unternehmerpersönlichkeiten Luise Hermann, Rolf Hermann, Luises Schwiegersohn Albert Sefranek und dessen Sohn Heiner Sefranek, dem heutigen MUSTANG-Inhaber.
Die originale, hölzerne Wandvertäfelung und der Parkettboden der Eingangshalle verweisen auf die Anfänge des Künzelsauer Familienunternehmen, auf die Zeit, in der Heinrich Hermann eine Holzhandlung betreibt, die in der Weltwirtschaftskrise unter Druck gerät. Luise Hermann greift ihrem Gatten unter die Arme, indem sie 1932 eine Berufskleiderfabrikation gründet.
Raum „SPURENSUCHE“/ Unternehmenschronik: Zwischen einem symbolischen Holzstapel auf der einen Seite und dem großen weißen, digital animierten Mustang auf der anderen Seite des Raumes, gibt es Vieles zu entdecken. Auch das durch die Wand „sprengende“ Pferd hat Symbolkraft und steht für den Durchbruch der Marke. Hier laufen alle Fäden zusammen.
Auf einer multimedialen Zeitreise lernt der Besucher die Meilensteine der MUSTANG- und Zeitgeschichte von den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis in die Gegenwart kennen. Schräg montierte Pulte mit Ausstellungen von Original-Zeitschriften und kurzen Filmsequenzen nehmen Bezug auf MUSTANG-Bildwände. Original sind auch die ausgestellten MUSTANG-Jeans aus den vergangenen Jahrzehnten – Stücke nachkriegsdeutscher Modegeschichte, so etwa die „Girls-Campinghose“ aus den 50ern. Die Schaufensterpuppen selbst tragen didaktische Collagen der Künstlerin Elisabeth Scheueregger: Auf den Puppen wurden gesellschaftspolitische Hintergrund-Informationen, reduziert auf Buchstaben und Schlagworte dieser Zeit, angebracht.
Additives Soundsystem: Etwas ganz Besonderes ist die Musik im Raum. Die Konzeption ist innovativ und die Umsetzung eine technische Herausforderung. Zu hören ist ein Basis-„Loop“, zu dem sich Musikfragmente im Stil der jeweiligen Jahrzehnte akustisch addieren. Immer dann, wenn der Besucher eine Bodenplatte vor einer Dekade betritt, fadet ein dazu passender Sound ein. Ein 12-Kanal-Festplatten-Rekorder wird über die Berührung der Bodenkontakte angesteuert. Die Komposition des Musikers Makob Wegmann, der unter anderem für Ralph Siegel und Harold Faltermeyer produziert hat, lässt ein gleichzeitiges Klingen aller Tonquellen zu.
Raum „JEANSGESCHICHTE“: Aus dem abgedunkelten, ehemaligen Wintergarten des Hauses dringt blaues Licht. Dort wird die Geschichte der Jeans erzählt. Ihr Erfinder, Levi Strauss, steht dem Macher der ersten europäischen Jeans, Albert Sefranek, als Portrait gegenüber. Die Erfolgsgeschichte der Jeans begann im 19. Jahrhundert im fränkischen Buttenheim. Dort kam Levi Strauß zur Welt, der die stabile Hose, nach seiner Auswanderung einst für amerikanische Goldgräber erfand. Das Gespür für Denim muss in dieser Region in der Luft liegen, denn gerade mal 50 Kilometer südlich wurde MUSTANG-Erfinder Albert Sefranek geboren, der dann im hohenlohischen Künzelsau die ersten europäischen Jeans bei seiner Schwiegermutter Luise Hermann in Auftrag gab.
OBERGESCHOSS – Die Erfolgsfaktoren des Unternehmens
Raum „DEN FADEN AUFNEHMEN“: Nach detaillierter Information über die Firmengeschichte der MUSTANG-Gruppe gelangt man über eine Holztreppe in den ersten Stock und steht inmitten einer historisch-museal inszenierten Nähstube. Schaustücke aus der ersten Produktion, alte Nähmaschinen und Bügeleisen katapultieren den Gast in das Jahr 1932. Projektionen auf Puppen lassen die Näherinnen von damals lebendig werden. Hier in der Diele wird an Originalstelle die anfängliche Situation nachgestellt und dem heutigen Produktionsverfahren gegenübergestellt.
In authentischer Atmosphäre des ersten Produktionsraums gibt es aber auch alles über die moderne Jeansproduktion zu erfahren – von der Indigo-Herstellung über die Aufbereitung der Baumwolle bis hin zu Zuschnitt und Qualitätskontrolle. Das Spektrum im MUSTANG-MUSEUM ist breit und aktuell – zeigt neben den Protagonisten viele Facetten einer modernen Modemarke, handelt von zeitgemäßer Technologie, globalen Vertriebsaktivitäten, Diversifizierung und von Marketingkommunikation. Auch wenn hier im Obergeschoss die alten Nähmaschinen klappern, sind wir in den Themen der Gegenwart und der Zukunft angekommen. Auf eine zusätzlich installierte Wandfläche wird der Produktionsablauf einer Jeans von heute projiziert.
Raum „JEANS INDIVIDUELL“: Was sind Finishes? Im 30-Sekunden-Takt wechseln Tages- und Schwarzlicht und verstärken die Wirkung unterschiedlichster Waschverfahren und Veredelungstechniken und machen anschaulich, welchen Aufwand führende Markenhersteller wie MUSTANG um die Individualisierung der Jeans betreiben. In einer mit Wasser gefüllten Badewanne liegt ein „inszenierter Mensch“. „Shrink-to-Fit“ heißt das demonstrierte Verfahren, Jeans im Wasser hauteng zu schrumpfen. Der Besucher mutiert zum Voyeur. Er betrachtet den Badenden durch einen Gaze-Vorhang. Dabei wird sein Gesicht von einer Webcam aufgezeichnet und auf das Antlitz der Skulptur in der Wanne projiziert.
Raum „LIFESTYLE“: Die Großstadt und die Hot Spots dieser Welt stehen Kopf. Ein inszeniertes City-Schaufenster zeigt die aktuelle MUSTANG-Kollektion und die Lizenz-Produkte aus der gesamten MUSTANG-Lifestylewelt.
Raum „MENSCHEN IM NETZWERK“: Museumsgäste lernen Menschen kennen, die die Marke MUSTANG prägen, fördern, beeinflussen oder einfach nur tragen. Menschen wie Willi Bogner oder Klaus Wowereit äußern sich auf Monitoren zu ihrer Einstellung zu MUSTANG. Zudem beeindruckt der Raum durch effektvolle Dekoration: Von der Decke bis zum Boden hängt ein Dschungel von silbernen Kabeltauen, die sich an den Wänden spiegeln.
Raum „MARKE, MARKET, MARKETING“: Im Medien- und Marketingraum kann nach Herzenslust in den MUSTANG-Archiven gestöbert werden – real und virtuell. Zu erleben ist die Evolution einer Marke am praktischen Beispiel. Das MUSTANG-MUSEUM ist auch ein Stück Geschichte der Werbung in Deutschland.
KINO: Die neuesten MUSTANG-Filme, herausragende Spots aus verschiedenen Epochen, Dokumentationen zum Thema Jeans lassen sich bequem auf Denim-Sitzwürfeln anschauen. Damit klingt der Besuch des MUSTANG MUSEUMS aus.
Info:
Die MUSTANG-Gruppe produzierte die ersten Jeans außerhalb der USA (1948) und gehört mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung zu den bedeutendsten Anbietern von Jeans- und Casualwear sowie Lifestyleprodukten in Europa. 1932 als kleiner Nähbetrieb in Künzelsau gegründet, ist das Unternehmen mit seiner Produktpalette heute in rund 40 Ländern der Erde vertreten. Die Kollektionen für Damen und Herren sind modern, zeitgeistig, innovativ und haben Sexappeal. Das Styling ist selbstbewusst, langlebig und ehrlich, einfach „true“. Konsequent und mit Ideenreichtum wurde ein unverfälschter Markenlifestyle ausgebaut. Das MUSTANG Sortimentsangebot ist umfassend und wird über die Stamm-Marke hinaus noch mit Lizenzpartnern erweitert: MUSTANG BAGS (Taschen), MUSTANG BELTS & MORE (Gürtel und Accessoires), MUSTANG BODYWEAR (Unterwäsche), MUSTANG FRAGRANCES (Damen- und Herrenduft), MUSTANG LEATHER (Lederbekleidung), MUSTANG LEGWEAR (Strümpfe), MUSTGANG SHOES (Schuhe) sowie MUSTANG TIME (Uhren). Der strategische Schwerpunkt für die Zukunft von MUSTANG liegt heute in der vertikalen Flächenbewirtschaftung und in Franchisekonzepten auf internationaler Basis. Seit August 2004 konnten bis Ende 2006 insgesamt 605 Shop-in-Stores mit Flächenbewirtschaftung eröffnet werden. Die Gesamtzahl der Franchise- und Partner-Stores wird sich bis Ende 2007 auf international rund 180 Stores erhöhen.
Mitteilung von:
MUSTANG-Gruppe
Austrasse 10
D-74653 Kuenzelsau
Yasmin Schwenke (Public Relations)
Tel. 07940.125-520
Fax 07940.125-120
[1] www.mustang-jeans.com
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