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71 Prozent der kommerziellen Internetnutzer mit Breitbandanschluss
Dieser Eintrag stammt von admin Am 6.2.2007 @ 16:27 In Allgemein | Kommentarfunktion deaktiviert
Stuttgart/Heilbronn. Über die Verbreitung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in baden-württembergischen Unternehmen liegen aktuelle Informationen aus einer Erhebung im Jahr 2006 vor, in der weite Bereiche der Privatwirtschaft repräsentiert sind.
Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes nutzen seit 2004 nahezu konstant etwas über 80 Prozent der Unternehmen Computer. Dieser auf den ersten Blick überraschend niedrige Anteil erklärt sich in wesentlichen Teilen aus der zahlenmäßigen Dominanz von Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten, die über 90 Prozent der Unternehmen im Südwesten stellen. In dieser Größenkategorie existieren offensichtlich bei einem Teil der Unternehmen tätigkeitsspezifische, persönliche oder finanzielle Hemmnisse, die einem Computereinsatz für unternehmerische Zwecke entgegenstehen. Bereits ab 10 Beschäftigten liegt die Verbreitung des Computereinsatzes mit 94 Prozent deutlich jenseits der 90-Prozent-Schwelle, ab 50 Beschäftigten ist Computernutzung absoluter Standard.
Die Verbreitung von Internetanschlüssen bei den Unternehmen gleicht sich zunehmend dem Umfang der Computernutzung an. Nach 94 Prozent im Jahr 2005 verfügten 2006 bereits 98 Prozent der Firmen mit Computern über einen Zugang zum Internet. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch bei den Mitarbeitern. Zwar werden sowohl der Zugang zu Computern als auch die Verfügbarkeit eines Internetanschlusses innerhalb der Unternehmen selektiv vergeben. So haben nach wie vor nur 6 von 10 Beschäftigten von Unternehmen mit Computern auch dienstlichen Zugriff auf einen PC oder Großrechner. Unter diesen Mitarbeitern stieg aber die Verfügbarkeit des Internets kontinuierlich auf 73 Prozent im Jahr 2006. Bemerkenswerterweise liegt der Anteil bei den größeren Unternehmen ab 250 Beschäftigten bei gleicher Entwicklungsrichtung jedoch regelmäßig knapp unter dem Gesamtdurchschnitt.
Deutlich dynamischer als die Nutzungsquoten von Computern und Internet entwickelten sich in den letzten Jahren einige qualitative Aspekte der Informations- und Kommunikationstechnologie. Dies gilt beispielsweise für Netzwerke, die außerhalb des Internets die Informationsversorgung innerhalb des Unternehmens verbessern. Der Anteil der Unternehmen mit Computereinsatz, die über mindestens ein Netzwerk verfügen, nahm seit 2004 von 60 auf 73 Prozent im Jahr 2006 deutlich zu. Das LAN (Local Area Network), bei dem Rechner auf kurze Entfernung miteinander vernetzt werden, ist dabei mit 63 Prozent im Jahr 2006 und noch zunehmender Verbreitung die populärste Form eines Netzwerks. Die Nutzung drahtloser Zugänge zu einem LAN mittels wLAN hat sich in den beiden Jahren nach 2004 auf 22 Prozent mehr als verdoppelt. Das Intranet als umfassendere Form eines firmeninternen Netzwerks war zwar 2006 mit einem Anteil von 29 Prozent noch stärker verbreitet, hier sind die Zuwachsraten aber geringer. Dies lässt sich aus einer Verdoppelung der Verbreitung von Extranets auf 22 Prozent erklären, bei denen die Intranets von Geschäftspartnern via Internettechnologie miteinander verbunden sind. Im Bereich der Netzwerke sind die Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg dabei bereits weiter als auf Bundesebene. Dort liegt nämlich die Verfügbarkeit mindestens eines Netzwerks mit 67 Prozent deutlich unter dem Landeswert von 73 Prozent, und bis auf das wLAN mit gleichem Verbreitungsgrad sind auch alle Formen eines Netzwerks bei den Landesunternehmen stärker im Einsatz.
Auch bei den Internetanschlüssen der Unternehmen ist derzeit – bei den bundesdeutschen und den baden-württembergischen Unternehmen nahezu parallel – der Substitutionsprozess zwischen technisch überholten und fortschrittlicheren Zugangsarten voll im Gang, aber noch nicht abgeschlossen (siehe Schaubild). 2006 verfügten bereits 71 Prozent der baden-württembergischen Unternehmen mit Internetzugang über einen Breitbandanschluss wie DSL oder TV-Kabelnetz. Das Breitband hat damit den ISDN-Anschluss bereits deutlich überholt. ISDN-Verbindungen (48 Prozent) bzw. Modems (9 Prozent) kommen zwar rechnerisch immer noch auf sehr stattliche Anteile. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass diese Anschlüsse ebenso wie drahtlose Verbindungen häufig neben einem (kabelgebundenen) Breitbandanschluss genutzt werden. Maximal über ISDN verfügen nämlich nur die 29 Prozent der Unternehmen, die noch keinen Breitbandanschluss haben. Bei den Unternehmen ab 50 Beschäftigten traf dies 2006 jedoch nur noch auf eine kleine Minderheit von 8 Prozent zu.
Bei der Erhebung 2006 wurde erstmals auch danach gefragt, ob und in welchem Umfang die elektronische Kommunikation insbesondere über E-Mail herkömmlichen Briefverkehr ersetzt. Mit 44 Prozent gab lediglich noch eine Minderheit der in Frage kommenden Firmen an, der Umfang von Briefsendungen habe durch elektronische Kommunikation nicht abgenommen. Folglich findet bei 56 Prozent zumindest ein teilweiser Ersatz des Postverkehrs durch elektronische Übermittlung statt. In zwei Drittel dieser Fälle wurde die Substitution dabei als gering (bis maximal ein Drittel) eingestuft, bei immerhin einem Drittel war der Rückgang herkömmlicher Postsendungen signifikant bis vollständig, betrug also mehr als ein Drittel.
Unter dem Schlagwort E-Government werden von staatlichen Stellen Anstrengungen mit dem Ziel unternommen, amtliche Vorgänge mit Außenwirkung durch elektronische Abwicklung zu vereinfachen. Nach zögerlichem Beginn nahm die Akzeptanz zuletzt deutlich zu. Während 2004 lediglich ein Drittel der kommerziellen Internetnutzer mit der öffentlichen Verwaltung über Internet kommunizierte, stieg dieser Anteil 2006 auf immerhin 42 Prozent. Stand in den früheren Jahren die Informationsbeschaffung bei staatlichen Stellen eindeutig im Vordergrund, so gewinnt die Bearbeitung von Formularen zunehmend an Bedeutung. So luden 2006 bereits 82 Prozent der mit der öffentlichen Verwaltung elektronisch kommunizierenden Firmen Formulare herunter und 62 Prozent übermittelten sie auch elektronisch wieder zurück.
Da die Mitarbeiter durch Informations- und Kommunikationstechnologie räumlich nicht mehr zwingend an das Unternehmen gebunden sind, unterstützt die moderne Technik auch neue Formen der Arbeitsorganisation. Parallel zur sukzessiven Verbesserung der technischen Ausstattung nimmt auch der Anteil der Unternehmen zu, die zumindest für einzelne Mitarbeiter regelmäßige Außenzugriffe vorsehen. Nach 14 Prozent im Jahr 2004 traf dies 2006 auf immerhin 22 Prozent der baden-württembergischen Firmen mit Computernutzung zu, deutlich mehr als Bundesgebiet (18 Prozent). Der Inbegriff der Telearbeit, nämlich der Zugriff von Zuhause, ist mit 74 Prozent der Unternehmen mit Außenzugriffen die am stärksten verbreitete Form. Auf Reisen können in 65 Prozent der Fälle Mitarbeiter auf Firmendaten zugreifen, beim Besuch von Kunden oder Geschäftspartnern immerhin noch eine Mehrheit von 59 Prozent. Da viele Unternehmen über keine Zweigstellen verfügen, ist der Zugriff von dort aus mit 32 Prozent dagegen deutlich schwächer verbreitet.
Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart
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