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Nichtraucherschutz auf dem Vormarsch
Dieser Eintrag stammt von admin Am 31.5.2007 @ 06:16 In Veranstaltung, Gesellschaft, Verwaltung | Kommentarfunktion deaktiviert
Ostalbkreis. Zum heutigen Welt-Nichtraucher-Tag zieht das Landratsamt Ostalbkreis in einer Pressemitteilung eine Zwischenbilanz und weist darauf hin, dass das Thema Rauchen in der Suchtprävention seit jeher einen hohen Stellenwert einnimmt. Die unterschiedlichen Maßnahmen des Landkreises reichen bis in die 1980er-Jahre zurück. Bereits damals hat der Arbeitskreis Suchtprophylaxe Schulklassen und die Öffentlichkeit über die Gefahren des Rauchens informiert. Diese Arbeit wurde seit der Einstellung des Beauftragten für Suchtprophylaxe, Berthold Weiß, im Jahr 1992 noch wesentlich intensiviert und systematisch auf unterschiedliche Bereiche ausgedehnt. So wurde „Rauchen am Arbeitsplatz“ ebenso thematisiert wie „Rauchfreie Schulen“ oder die große Zahl von Zigarettenautomaten, die auch an den Schulwegen vieler Kinder und Jugendlicher liegen. Für sein beispielhaftes Engagement wurde der Ostalbkreis im Jahr 2004 als einer von vier Landkreisen bundesweit von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ausgezeichnet.
Nach Auffassung des Kreissuchtbeauftragten Berthold Weiß muss die begonnene Arbeit jedoch kontinuierlich fortgesetzt werden: „Die Arbeit der Zigarettenlobby hat über viele Jahre einen wirksamen Nichtraucherschutz verzögert. Und deshalb nimmt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich derzeit den Stand eines Entwicklungslandes ein.“ Und daran, so Weiß, würden auch die geplanten Gesetze auf Bundes- und Landesebene nicht sehr viel ändern: „Für fast jedes Verbot werden Ausnahmen zugelassen, die die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit des Nichtraucherschutzes insbesondere bei Kindern und Jugendlichen in Frage stellen.“ So sehe das geplante Gesetz auf Landesebene zwar „Rauchfreie Schulen“ vor, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, für Lehrer und Schüler Raucherecken einzurichten. Gaststätten müssten nicht konsequent rauchfrei werden, sondern hätten ebenso wie Betriebe die Möglichkeit, sogenannte „Raucherzimmer“ einzurichten. Mit den durchweg positiven Erfahrungen aus dem europäischen Ausland wäre es möglich gewesen, einen wesentlichen umfassenderen Nichtraucherschutz umzusetzen, welcher sich im übrigen auch sehr positiv auf Raucherinnen und Raucher auswirke.
Wenn man die offiziellen Statistiken über einen großen Zeitraum verfolge, könne man trotz alledem gerade beim Rauchen die Wirksamkeit von präventiven Maßnahmen feststellen. In dem Maße, wie die Akzeptanz von Präventionsprojekten steige, könne man feststellen, wie die Zahl sowohl von Erst- als auch von Dauerkonsumenten deutlich sinke. Zählten noch im Jahr 1973 mehr als die Hälfte der Heranwachsenden und jungen Erwachsenen zu den Rauchern, fiel diese Quote bis zum Jahr 2004 auf 34 %. Wenn man den Trendforschern bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Glauben schenken darf, ist diese in den letzten drei Jahren nochmals deutlich gesunken.
Für Weiß allerdings kein Grund für Entwarnung, denn sowohl im Hinblick auf Todesfälle als auch Abhängigkeit ist Tabak nach wie vor die Droge Nummer 1 in Deutschland: „Von keiner Droge sind mehr Menschen abhängig und sterben im Durchschnitt acht bis zehn Jahre vor der durchschnittlichen Lebenserwartung“, so Weiß. Das Landratsamt will deshalb auch weiterhin mit Projekten wie „Be smart, don’t start“ oder strukturellen Maßnahmen am Ball bleiben. Dass es sich selbst da nicht ausnimmt, zeigt die „Dienstanordnung Nr. 131“ vom November 1997: Seit 10 Jahren ist im Landratsamt der Umgang mit der Droge Tabak geregelt. Langen Bestand wird diese Regelung allerdings nicht mehr haben. Auch sie muss zum 1. August den neuen Bestimmungen des Landes-Nichtraucherschutzgesetzes angepasst werden.
Mitteilung von:
Landratsamt Ostalbkreis
Stuttgarter Straße 41
73430 Aalen
Susanne Dietterle (Pressereferentin)
Tel.: (0 73 61) 5 03-3 12
Fax: (0 73 61) 5 03-9 63 12
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